Französin darf kein Kind von totem Mann bekommen

Paris - Eine 39-jährige Französin darf sich nicht mit dem Samen ihres toten Mannes befruchten lassen. Auch in zweiter Instanz lehnte ein Gericht am Dienstag einen entsprechenden Antrag ab.

Die Richter in der Stadt Rennes verwiesen auf das geltende Gesetz. Demnach ist in Frankreich eine künstliche Befruchtung nach dem Tod des Partners verboten. Die Herausgabe eingefrorenen Spermas ist nur mit Einwilligung des Spenders möglich. Fabienne Justel kämpft bereits seit längerem dafür, dass sie sich mit dem Samen ihres 2008 an Krebs gestorbenen Mannes befruchten lassen darf. Dieser hatte Sperma einfrieren lassen, weil er sich sorgte, dass die Chemotherapie ihn unfruchtbar machen könnte. “Ein Kind war unser gemeinsames Lebensprojekt“, begründete Justel ihren Wunsch. Das Kind würde nicht vaterlos aufwachsen, denn der Vater habe es sich gewünscht und sie würde ihm immer von ihm erzählen, fügte sie hinzu. Justel hatte selbst als Kleinkind ihren Vater verloren.

In Deutschland hatte jüngst eine junge Frau aus Neubrandenburg in einem Berufungsprozess durchgesetzt, ein Kind von ihrem gestorbenen Mann austragen zu dürfen. In diesem Fall hatte das Paar bereits befruchtete Eizellen einfrieren lassen. Nach einem tödlichen Motorradunfall des Mannes verweigerte das Krankenhaus zunächst die Herausgabe. Auch in anderen Ländern sind posthume Befruchtungen erlaubt. In den USA gibt es schätzungsweise mehrere tausend Fälle, bei denen Frauen sich mit dem Samen ihres gestorbenen Partners haben befruchten lassen, unter ihnen Witwen von Soldaten, die im Irak ums Leben kamen.

dpa

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