Menschen in Indien entsetzt

Studentin in Bus von sechs Männern vergewaltigt

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Indische Frauen demonstrieren gegen die untätige Polizei

Neu Delhi - Eine Studentin ist in einem privaten Bus in Neu Delhi von sechs Männern vergewaltigt worden, ihr Freund wurde brutal zusammengeschlagen. Die Menschen in Indien sind entsetzt.

Die Medizinstudentin hatte am Sonntagabend mit einem Freund an einer Haltestelle gewartet. Statt in einen öffentlichen stiegen sie zu den sechs Männern in einen privaten „Schulbus“ ein, der eigentlich nicht im Einsatz war, wie die Ermittler mitteilten. Während der Bus durch die Süden der Stadt kurvte, sei die Frau missbraucht und ihr Freund mit einer Eisenstange zusammengeschlagen worden. Schließlich seien die beiden wieder hinausgeworfen worden. Andere Passagiere waren demnach nicht an Bord.

Zwei Tage nach der sexuellen Misshandlung kämpfte die junge Frau am Dienstag noch immer ums Überleben. Die Polizei nahm vier Verdächtige fest, nach zwei weiteren wurde mit Hochdruck gefahndet.

Politiker zeigen sich schockiert und Frauen gehen auf die Straße um gegen die wachsende Gewalt zu demonstrieren. „Eine Stadt schämt sich“, titelte die Zeitung „Times of India“, und schrieb, Delhi sei die „Vergewaltigungshauptstadt“. Laut offizieller Angaben kam es in der Metropole im vergangenen Jahr zu 572 Vergewaltigungen, mit steigender Tendenz. Fernsehsender berichteten rund um die Uhr vom „Schock in Indien“.

Demonstranten gingen in mehreren Städten auf die Straße und machten die Laxheit der Polizei für die steigende Gewalt gegen Frauen verantwortlich. „Wir fühlen uns so unsicher“, sagte eine der Protestierenden vor dem Polizeigebäude in Delhi, in dem die Verdächtigen sitzen. „Jeden Tag sind Frauen auf den Straßen Gewalt ausgesetzt.“ Sie forderte, gerade Vergewaltigern müsse eine schneller Prozess gemacht werden.

Im Parlament zeigten sich Abgeordnete in beiden Häusern so entsetzt, dass sie die Arbeit niederlegten und fast den ganzen Tag über den Vorfall diskutierten. „Wir brauchen schärfere Gesetze, um Vergewaltigungen zu stoppen“, sagte Sushma Swaraj, die Chefin der wichtigsten Oppositionspartei.

dpa

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