Landgericht Hannover

Frau versteckt ihre Babys im Koffer: Totschlags-Prozess beginnt 

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Hannover - Horrorfund in Hannover: In einer Abstellkammer entdeckten Polizisten einen lebenden und einen toten Säugling. Die Mutter soll das eine Kind kaum versorgt haben. Das andere könnte tot zur Welt gekommen sein. Jetzt kommt die 22-Jährige vor Gericht.

Warum eine junge Frau ihre beiden Babys in einem Koffer versteckt hat, versucht das Landgericht Hannover von Freitag an zu klären. Der Lebensgefährte der 22-Jährigen hatte im September im Abstellraum der gemeinsamen Wohnung in Hannover die grausige Entdeckung gemacht: In einem Koffer hatte er ein wenige Tage altes Neugeborenes gefunden, das noch lebte, aber auch eine ältere, skelettierte Babyleiche. Die Mutter ist nun wegen versuchten Totschlags und Verletzung der Fürsorgepflicht angeklagt, ein Urteil wird für März erwartet.

Nach den bisherigen Erkenntnissen ging die junge Frau nach der Geburt an den folgenden Tagen regelmäßig zur Arbeit. Zwischendurch soll sie nur gelegentlich nach dem Neugeborenen geschaut und dieses gestillt haben. Bis zur Erhebung der Anklage Ende Dezember äußerte sich die Frau nicht zu dem Vorwurf, ihre Kinder schwer vernachlässigt zu haben.

Der 22-Jährigen drohen mindestens zwei Jahre Haft, es sei denn, dass vom Vorwurf des versuchten Totschlags im Laufe des Prozesses noch abgerückt wird.

Im Prozess soll auch ein Sachverständiger zur Schuldfähigkeit der Frau gehört werden, außerdem ein medizinischer Gutachter zum Zustand des lebend gefundenen Babys. Neben dem wenige Tage alten Kind hatte das Skelett eines toten Geschwisterkindes gelegen. In diesem Fall wurden die Ermittlungen eingestellt, weil nicht zu klären war, ob dieses Baby im Januar 2015 bereits tot zur Welt kam.

Der Koffer, in dem noch eine Vielzahl anderer Gegenstände lagen, war den Ermittlungen zufolge zunächst nur zugeklappt. Am Tag, als das Baby gefunden wurde, war er mit einem Reißverschluss verschlossen. Gegen den 19 Jahre alten Freund der Frau wurde nicht ermittelt. Das Paar war erst wenige Monate zuvor in die Wohnung gezogen.

dpa

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