„Frauen sind konsequenter“ - Interview mit Hunde-Fernsehcoach Martin Rütter

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Die neue Staffel „Der VIP-Hundeprofi“ mit Martin Rütter startet am Dienstag, 11. April, um 20.15 Uhr auf Vox. Der 42-Jährige hat wieder Prominente besucht und ihnen bei der Hundeerziehung auf die Finger geschaut.

In Folge eins traf er den Schönheitschirurgen Werner Mang, Moderatorin Birgit Gräfin von Bentzel und Ex-Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko. Wir sprachen mit Rütter über seine Sendung, seinen Erfolg und den Unterschied von Frauchen und Herrchen.

Herr Rütter, ist eine Damen-Handtasche ein passender Aufbewahrungsort für einen Hund?

Martin Rütter: Sicher nicht. Aber natürlich gibt es für kleine Hunde Taschen, die unter Umständen mal Sinn ergeben können. Wenn jemand mit seinem Chihuahua an vielen Menschen vorbeimuss, die auf den kleinen Hund treten könnten, dann kann eine Tasche sicherlich helfen. Wenn man seinen Hund aber nur als Accessoire sieht, dann geht das natürlich nicht.

Warum sind Tier-Sendungen im Fernsehen so erfolgreich?

Rütter: Das gilt ja nicht für alle Tiersendungen. Ich glaube, dass „Der Hundeprofi“ Erfolg hat, weil die Leute sehen, dass man mit Konsequenz und Sachverstand seinem Hund das Leben schöner machen kann. Man kann also seine eigenen Probleme lösen, aber auch dem Hund helfen.

Wie erklären Sie sich Ihren persönlichen Erfolg?

Rütter: Das ist ein Gemisch aus Unterhaltung und Fachwissen. Wir leben ja in einer Medienlandschaft, in der vieles unecht ist. Vieles wird gescripted, es gibt immer mehr Trash-Formate und angebliche Coaching-Formate … Mein Erfolg basiert darauf, dass ich sehr authentisch bin. Die Leute mögen das Authentische.

Für die neue Staffel des „VIP-Hundeprofi“ haben Sie unter anderem Dr. Werner Mang und Ingrid Steeger besucht. Wie läuft so ein Besuch ab?

Rütter: Zuerst lerne ich die Menschen, den Hund und die Problematik vor Ort kennen. Das ist wichtig, damit es authentisch bleibt. Die Prominenten bekommen auch sehr schnell mit, dass ich es ernst meine. Ich biete denen keine Werbeplattform für ihre neue CD, es geht wirklich um die Erziehung des Hundes. Man sieht dann einen Werner Mang, sonst stringenter Geschäftsmann, der aber mit dem Hund plötzlich ein Mensch ist wie du und ich.

Wie lange sind Sie vor Ort?

Rütter: Wir besuchen die Menschen in der Regel drei- bis viermal und sind dann acht bis zehn Stunden vor Ort. Die Besuche finden über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten statt. Solange dauert es in der Regel, bis sich die Verhaltensmuster eines Hundes in ein neues Ritual verändern. Das müssen die Prominenten dann auch aushalten. Kürzer geht es nicht.

Erziehen Herrchen und Frauchen unterschiedlich?

Rütter: Frauen sind in vielen Dingen viel konsequenter in der Erziehung der Hunde als die Männer. Die Männer wollen sich eigentlich nicht um die Erziehung kümmern: Der Hund soll kein dressierter Affe sein, er soll einfach funktionieren. Das tut er aber nicht. Bei den Frauen ist es viel leichter. Die sind biologisch schon ein bisschen auf Aufzucht und Erziehung geprägt.

Was hat sich bei der Hundeerziehung in den vergangenen Jahren getan?

Rütter: Wir haben immer so Strömungen. Erst kam das Thema Tierpsychologie auf. Das fand ich gut. Dann wurde hinterfragt, was denkt und fühlt eigentlich ein Hund. Es ging nicht mehr nur um Disziplin und Unterordnung, sondern auch darum, dass sich der Hund beim Training wohlfühlt. Auch das ist toll. In den letzten fünf Jahren gab es dann eine weitere Strömung. Nun darf man den Hund nicht mehr maßregeln, sondern man muss mit ihm in eine Diskussionsrunde einsteigen: Jetzt pendeln wir unsere Hunde aus und träufeln ihnen Bachblüten ins Ohr, damit sie wieder lieb sind … Das ist natürlich Quatsch. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.

Nennen Sie ein Beispiel ...

Rütter: Ein Hund braucht klare Ansagen, klare Regeln und Führung. Damit tun sich Menschen schwer. Ich habe Elke Heidenreich für die Promi-Staffel besucht. Sie sagte gleich zur Begrüßung: „Ich möchte auf jeden Fall, dass sich der Hund ändert. Aber Erziehung ist mir zuwider, ich bin eine Alt-68erin.“ Da habe ich ihr gesagt, dass wir dann auch gleich aufhören können. Mit einer 68er-Einstellung kann man mit seinem Hund zwar eine Diskussion führen, damit kann man ihn aber nicht erziehen.

Von Jörgen Camrath

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