Schnapsidee

Freiwillig, aber nicht legal: Arzt machte zweites Mal Abitur

Narrte die Behörden: Eckhard Roth. Foto: Privat

Düsseldorf. In der Regel hat man sein Abitur in der Tasche, wenn man vor seinem Namen zwei Doktortitel vorweisen kann. So auch Dr. Dr. Eckhard Roth, Augenarzt aus Düsseldorf. Doch ein Abitur reichte dem Mann offenbar nicht.

Im Jahr 1976 hatte Roth seinen Abschluss mit einem Durchschnitt von 1,8 am Geschwister-Scholl Gymnasium in Düsseldorf gemacht. Die Schule ist Nachfolgeschule der Ober-Realschule am Fürstenwall, die wiederum der Autor der „Feuerzangenbowle“, Heinrich Spoerl, besuchte.

Nach einer durchzechten Nacht mit Freunden kam der der 59-Jährige im wahrsten Sinne des Wortes auf die Schnapsidee, sein Abitur zu wiederholen. „Jeder kennt die Feuerzangenbowle mit Heinz Rühmann als falschen Pennäler Pfeiffer mit drei f, der noch einmal zur Schule geht“, sagt Roth. Das wollte er auch machen – auch wenn es in Deutschland verboten ist. Damals sagten seine Freunde noch: „Das schaffst du nie.“

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Er schaffte es. Das Niederrhein-Kolleg nahm seine Bewerbung mit einem gefälschten Lebenslauf an. In diesem schrieb Roth, dass er mehrere Jahre auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet habe und nun die Hochschulreife nachholen wolle. So machte der Arzt in diesem Jahr sein zweites Abitur, dieses Mal mit einem Schnitt von 3,0.

Nachdem er sein Zeugnis von der Schule ausgehändigt bekommen hatte, ließ er den Schwindel in der Bezirksregierung auffliegen und holte sich damit einigen Unmut ins Haus. „Der Mann hat 25 Lehrkräfte beschäftigt“ sagt ein Behördensprecher. Nun soll er sein Zeugnis zurückgeben. „Wenn ein Mann eine Trophäe hat, dann behält er sie auch“, erwidert dagegen Roth. Solange er nicht festgenommen werde, sehe er das Ganze mit einem Augenzwinkern.

Am Tag als Roth sein zweites Zeugnis in der Tasche hatte, flatterte sogar ein Schreiben von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ins Haus. Sie gratulierte ihm zu seiner bestandenen Prüfung.

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