Über 1000 Nutzer aus Kassel betroffen

Fremdgeher am Pranger: Millionen Nutzerdaten ins Netz gestellt

Im Juli hatten sich Hacker damit gebrüstet, Millionen Datensätze des Seitensprungportals Ashley Madison gestohlen zu haben. Jetzt haben sie ihre Drohung wahr gemacht.

Cyberkriminelle haben Informationen von 32 Millionen Nutzern der Seite veröffentlicht. Adressen, Kreditkartendaten, sexuelle Vorlieben. Auch tausende Deutsche sind betroffen.

Das 9,7 Gigabtye große Datenpaket ist mit einer Botschaft der Hackergruppe Impact Team versehen: Die Dummheit von Ashley Madison und den Mitgliedern des Portals müssten bestraft werden. Zahlreiche Programmier haben frei zugängliche Seiten ins Netz gestellt, auf denen Nutzer prüfen können, ob ihre E-Mail-Adresse zu den gestohlenen Daten gehört. Eine davon ist "Have I been pwned?".

Da Ashley Madison die E-Mail-Adressen nicht verifiziert – also prüft, ob der Inhaber der Adresse sich wirklich bei dem Sexportal registrieren möchte – sind diese Informationen mit Vorsicht zu genießen. So könnte Ihre E-Mail-Adresse in der Datenbank auftauchen, ohne dass Sie das Portal überhaupt kannten.

Nun stehen Millionen Beziehungen auf dem Spiel. Und mehr: Im Internetportal Reddit fürchtet ein Schwuler aus Saudi Arabien um sein Leben. Homosexuelle Handlungen können dort mit dem Tod bestraft werden.

1329 aus Kassel betroffen

Betroffen sind alle Nutzer, die zum Zeitpunkt des Datendiebstahls Ende Juli ein Konto bei Ashley Madison besaßen. Wer erst nach dem Zugriff der Hacker seine Daten gelöscht hat, steht trotzdem am Pranger. Eine Karte auf Grundlage der gestohlenen Daten zeigt, wieviele Nutzer pro Stadt betroffen sind. Demnach sind es in Kassel 1329, in Göttingen 694, in Bad Hersfeld 153.

In das Entsetzen der Betroffenen mischt sich Wut auf den Betreiber des Seitensprungportals, Avid Life Media. Das Unternehmen hatte für die vollständige Löschung von Nutzerprofilen Geld verlangt, ein Teil des Geschäftsmodells. Wie Tom Beardsley, Informationstechniker bei der renommnierten IT-Sicherheitsfirma Firma Rapid7 nun mitteilte, sei diese bezahlte Löschung keineswegs gründlich gewesen. Diese Nutzer seien weiterhin identifizierbar.

Mit Bekanntwerden des Hackerangriffs hatte Ashley Madison die Funktion zum Löschen der Nutzerdaten kostenlos angeboten – zu spät. Zusätzlich zu den so entstanden Einnahmeverlusten dürfte nun eine Klagewelle auf Betreiber Avid Life Media zurollen, Ausmaß nicht absehbar.

Die Hacker hatten ihren Angriff ursprünglich damit gerechtfertigt, betrügerische Machenschaften von Ashley Madison aufdecken zu wollen. So gaben die Hacker an, dass der überwiegende Teil der echten Ashley-Madison-Nutzer männlich und die Mehrzahl der weiblichen Profile gefälscht sei – um noch mehr zahlende Männer anzulocken.

Rubriklistenbild: © dpa

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