Vertrag futsch, Anzeige am Hals

Aus für „Fritzl“-Kneipe in Warschau

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Aus dieser Bruchbude sollte eine Kellerkneipe werden, doch der skandalöse Werbe-Coup ging schief

Warschau -  Kündigung statt werbeträchtiger Skandal: Eine Warschauer Kellerkneipe, die nach dem verurteilten österreichischen Inzesttäter Josef Fritzl benannt werden sollte, macht nicht auf.

Der ursprünglich auf drei Jahre abgeschlossene Vertrag mit dem Betreiber der Kneipe, die am Freitag öffnen sollte, sei gekündigt, teilte der Warschauer Bezirksbürgermeister Wojciech Bartelski am Mittwoch mit. Der Vertrag sei wegen des Schadens für das Gemeinwohl aufgelöst worden. „Es kann nicht sein, dass ein öffentliches Lokal Werbung für eine der größten Bestien unserer Zeit macht“, begründete Bartelski. Er habe auch Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet.

Der Kneipenbetreiber hatte sich am Dienstag nach heftiger Kritik an dem Kneipennamen bereiterklärt, das Lokal umzubenennen. Der Unternehmer glaubte trotz des Skandals an einen Erfolg - schließlich war die noch gar nicht geöffnete Kneipe bereits Stadtgespräch.

Der Fall Fritzl erschütterte 2008 die Welt: Im österreichischen Amstetten hatte der Mann seine gerade volljährige Tochter in ein Kellerverlies gesperrt und 24 Jahre dort gefangen gehalten. Er zwang sie immer wieder zum Sex, sie brachte sieben Kinder zur Welt, sechs überlebten. Fritzl lebte die gesamte Zeit mit seiner Frau und einem Teil seiner Kinder, die er nach oben holte, im Haus über dem Verlies.

dpa

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