Frühchen-Tod: Hansen weist Schuld von sich

Bremen - Der freigestellte Geschäftsführer des Klinikverbunds Gesundheit Nord, Diethelm Hansen, hat eine Verantwortung für die Hygienekrise am Klinikum Bremen-Mitte zurückgewiesen.

Für die Einhaltung der Hygienevorschriften sei in “letztverantwortlicher Instanz“ die Geschäftsführung des Krankenhauses zuständig, sagte Hansen am Donnerstag vor dem Bremer Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des Todes mehrerer Frühchen.

Nach Bekanntwerden der Infektionswelle im November 2011 habe er den Krisenstab aktiv moderiert, um die Geschäftsführung des Klinikums Bremen-Mitte “zu entlasten und aus dem Fokus zu nehmen“. Er selbst habe aber “keinerlei Verantwortlichkeit für das, was da passiert ist“.

Bremens Gesundheitssenatorin und Aufsichtsratsvorsitzende der GeNo, Renate Jürgens-Pieper (SPD), hatte in der vorigen Woche Hansen nach dem Tod zweier weiterer Frühchen von seinen Funktionen freigestellt. Sie hatte dies mit einem schleichenden Vertrauensverlust begründet. Zudem war die Aufarbeitung der Infektionswelle ihrer Ansicht nach nicht zufriedenstellend. Ob der Tod der beiden Kinder in Zusammenhang steht mit dem erneuten Auftauchen des gefährlichen Darmkeims auf der Frühgeborenen-Station, ist weiter unklar.

Hansen sagte vor dem Ausschuss, sollte die inzwischen geschlossene Abteilung an anderer Stelle wiedereröffnet werde, sei es “völlig irrig“ zu glauben, dass die Keimgefahr gebannt sei. Deutschlandweit sei ihm fast keine Frühchenstation bekannt, auf der keine Keime vorhanden wären. “Das Problem wird blieben, auch an einem anderen Standort“, sagte Hansen.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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