Früherer Grünen-Mitarbeiter aus Gießen bestreitet Missbrauchs-Vorwürfe

Gießen. Der frühere Mitarbeiter eines Grünen-Politikers aus Gießen soll sich an Kindern vergangen haben. Nach mehreren Wochen Verhandlung bricht er sein Schweigen und bestreitet die Vorwürfe.

Ein früherer Mitarbeiter des Gießener Grünen-Bundestagsabgeordneten Tom Koenigs hat vor Gericht bestritten, Kinder sexuell missbraucht zu haben. "Ich vergreife mich grundsätzlich an niemanden", sagte der 62-Jährige am Dienstag vor dem Landgericht Gießen. Er soll zwischen 2008 und 2013 drei Mädchen und einen Jungen missbraucht haben, unter anderem in dem Wahlkreisbüro in Gießen. Ihm wird zudem vorgeworfen, Kinderpornos besessen und mit Minderjährigen Marihuana geraucht zu haben. Der Prozess läuft bereits seit Ende März. Bislang hatte der Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen.

Vor Gericht erklärte der 62-Jährige nun: "Ich kann hier jeder Mutter in die Augen schauen, weil ich nichts gemacht habe." Er hatte sich um die Nachbarskinder häufiger gekümmert. Bei Besuchen habe man zusammen gespielt und geredet, sagte der Angeklagte. Körperkontakt habe es zwar gegeben, es habe sich aber um harmloses Kraulen gehandelt, nichts, das verboten wäre. Die Berichte der mutmaßlichen Opfer über sexuelle Übergriffe erklärte er unter anderem mit deren großen Phantasie.

Der Angeklagte sitzt seit dem vergangenen Oktober in Untersuchungshaft. Koenigs hatte damals einen anonymen Brief mit Vorwürfen gegen seinen damaligen Mitarbeiter bekommen und der Polizei übergeben. Zudem erstatteten Eltern Anzeige. Er sei von den Vorwürfen "schockiert und völlig überrascht", hatte der Bundespolitiker mitgeteilt. Der Prozess wird fortgesetzt. (lhe)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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