Gäfgen-Urteil: Hessen legt Berufung ein

Wiesbaden. Der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) geht gegen das Entschädigungsurteil zugunsten des verurteilten Kindsmörders Magnus Gäfgen vor. Nach Angaben vom Montag in Wiesbaden legte er für das Land Hessen Berufung gegen das Urteil des Frankfurter Landgerichts ein.

Lesen Sie auch:

- Gäfgen-Anwalt will notfalls gegen Verrechnung klagen

- Jurist: Gäfgens Entschädigung darf nicht in Staatskasse fließen

Anfang des Monats hatte das Landgericht Gäfgen 3000 Euro plus Zinsen Entschädigung zugesprochen, weil ihm die Polizei vor neun Jahren nach seiner Festnahme mit Folter gedroht hatte. Die Polizisten hofften Druck auf den Entführer auszuüben, damit er das Versteck des verschleppten Bankierssohnes Jakob von Metzler preisgibt. Gäfgen sei dadurch hinreichend entschädigt, dass die Folterdrohung rechtlich verurteilt worden sei, erklärte nun das Innenministerium.

„Exakt dies ist geschehen und zwar durch Missbilligung der Folterandrohung im abgeschlossenen Strafprozess. Deshalb sehe ich eine weitergehende Entschädigung in Geld nicht mehr geboten“, sagte Rhein einer Mitteilung zufolge. Das Urteil der Frankfurter Zivilkammer weise überdies Rechtsfehler auf. Gäfgen hatte den elfjährigen Jakob von Metzler 2002 ermordet und ist dafür zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er klagt aber seit Jahren durch alle Instanzen wegen des Unrechts, das ihm angetan worden sei. (dpa)

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.