Göttinger Blutspendedienst

5 Jahre nach Gas-Explosion mit Todesopfer - Staatsanwaltschaft äußert sich

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Bei der Gas-Explosion in Göttingen kam eine Ärztin ums Leben.

Bei einer Gas-Explosion in Göttingen starb vor fünf Jahren eine Ärztin. Nun hat sich die Staatsanwaltschaft Göttingen geäußert. 

  • Bei einer Gas-Explosion in Göttingen im Februar 2015 kam eine Ärztin ums Leben
  • Ein Sicherheits-Mitarbeiter wurde schwer verletzt 
  • Nun hat sich die Staatsanwaltschaft Göttingen geäußert

Göttingen – Die Staatsanwaltschaft hatte vor einiger Zeit ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses liege nun vor, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Andreas Buick. Da sich aus dem Gutachten neue potenzielle Verantwortlichkeiten für die Gas-Explosion ergäben, seien die Akten der Polizei für weitere Ermittlungen und Vernehmungen übersandt worden.

Gas-Explosion Göttingen: Ärztin wollte Blutkonserven abholen

Die Gas-Explosion in Göttingen hatte sich am 13. Februar 2015 in der Außenstelle des Göttinger Blutspendedienstes am Weender Tor ereignet. Zu der Verpuffung war es gekommen, als eine 55-jährige Ärztin der Göttinger Universitätsmedizin und ein 30-jährigerMitarbeiter des Sicherheitsdienstes morgens das Treppenhaus betraten, um Medikamente anzuliefern und Blutkonserven abzuholen. 

Als sie den Lichtschalter betätigten, gab es einen lauten Knall und eine große Stichflamme. Wenig später sahen Zeugen der Gas-Explosion in Göttingen, wie zwei brennende Menschen ins Freie liefen. Sie eilten sofort herbei, um den Brandopfern Erste Hilfe zu leisten und mit Jacken und Decken die Flammen zu ersticken.

Brandopfer erlitten schwerste Verbrennungen bei der Gas-Explosion in Göttingen 

Die beiden Brandopfer der Gas-Explosion Göttingen erlitten schwerste Verbrennungen und wurden mit einem Rettungshubschrauber in Spezialkliniken nach Hannover und Halle gebracht. Die 55-jährige Ärztin erlag zehn Tage später ihren schweren Verletzungen. Der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes erlitt ebenfalls schwere Brandverletzungen.

Die folgenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben, dass ein Bruch in einer etwa 1,50 Meter unterhalb der Erdoberfläche liegenden öffentlichen Niederdruckgasleitung ursächlich für die Gas-Explosion in Göttingen war.

Das ausgetretene Gas war durch das Erdreich in einen drei Meter entfernt liegenden Installationskanal gelangt und dann weiter über Schächte und Kanäle durch ein Leerrohr bis in das Treppenhaus des Gebäudes.

Gas-Explosion Göttingen: Rohr wurde nicht fachgerecht verlegt 

Nach den Erkenntnissen der Ermittler war die Ursache der Gas-Explosion in Göttingen ein Leerrohr, welches offenbar nicht fachgerecht verlegt. Entgegen der einschlägigen DIN-Norm sei es unterlassen worden, für eine gas- und wasserdichte Abdichtung zu sorgen. Dadurch habe das Gas in das Treppenhaus gelangen können, teilte die Staatsanwaltschaft mit. 

Staatsanwaltschaft sucht weiter nach Verantwortlichen für die Gas-Explosion in Göttingen

Als die Ärztin und der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes beim Betreten des Treppenhauses den Lichtschalter betätigten, entzündete sich durch einen Funken das Gas. Es kam zu einer Explosion in Göttingen. Bei den weiteren Ermittlungen sollte es um die Frage gehen, wer dafür verantwortlich ist, dass das Leerrohr vorschriftswidrig ohne eine Abdichtung verlegt und auch nach dem Einführen der Elektrokabel nicht gas- und wasserdicht verschlossen wurde.

Video: So gefährlich ist Gas in der Wohnung 

Von Heide Niemann

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