Verdacht der fahrlässigen Tötung

Gasexplosion in Ludwigshafen: Hat Bauarbeiter geraucht?

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Nach der Explosion: Ein Feuerwehrmann löscht in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) an der Stelle der Explosion das brennende Wrack eines Lastwagens. Ein Mann kam ums Leben.

Ludwigshafen/Eiterfeld. Nach den Aufräumkommandos haben nun die Ermittler die Arbeit zur verheerenden Gasexplosion in Ludwigshafen übernommen. Unklar ist nach wie vor, wie es zum Unglück kommen konnte. Ein Zeuge will vor dem tödlichen Knall etwas sehr Verdächtiges gesehen haben.

Nach der tödlichen Gasexplosion in Ludwigshafen  prüft die Polizei, ob ein rauchender Bauarbeiter den schweren Unfall ausgelöst haben könnte. „Die Kollegen gehen dieser Spur nach“, sagte eine Polizeisprecherin gestern. Ein Zeuge berichtete nach Angaben der Zeitung „Rheinpfalz“, er habe rauchende Arbeiter

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an der Baugrube gesehen, an der am vergangenen Donnerstag die Gasleitung explodiert war. Durch die gewaltige Explosion war ein Bauarbeiter getötet worden, 23 Menschen wurden verletzt. Zwei der ursprünglich drei Schwerverletzten schwebten laut Polizei gestern noch in Lebensgefahr.

Auch der Ludwigshafener Feuerwehr-Chef bestätigte gegenüber der „Rhein-Neckar-Zeitung“ gestern, dass die Verletzten „noch nicht über den Berg“ seien. Vier der 23 Opfer sind Mitarbeiter der Baufirma Giebel aus Eiterfeld im nördlichen Landkreis Fulda. „Die Ermittlungen werden unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung beziehungsweise fahrlässigen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion geführt“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Ein Gutachter sei eingeschaltet. Erkenntnisse über mögliche Fehler oder Zigarettenqualm am Unglücksort liegen dem betroffenen Unternehmen, das für die Leitung verantwortlich ist, nicht vor. „Wir können dazu gar nichts sagen“, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens Gascade. Das Gemeinschaftsunternehmen von BASF und dem russischen Gazprom-Konzern hatte die Arbeiten in Auftrag gegeben. Man könne nur die Anwohner bitten, dass sie alles, was sie beobachtet hätten, den Ermittlern melden, damit man so bald wie möglich wisse, was geschehen sei.

Unklar ist noch immer die Identität des toten Bauarbeiters. „Hier muss die Auswertung gesicherten DNA-Materials abgewartet werden“ teilte die Staatsanwaltschaft mit. Erst dann könne man sicher sein. Die Arbeit der Ermittler im Stadtteil Oppau sei am Samstag beendet worden. Betroffene Anwohner sind inzwischen in Hotels und Privatwohnungen untergekommen. Wie hoch der Schaden genau ist, ist nicht bekannt. Er wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt. (dpa/dob)

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