Geburtenrate sinkt

Deutschland gehen die Kinder aus

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Ein Säugling wird kurz nach seiner Geburt gemessen.

Wiesbaden - Die Frauen in Deutschland bekommen wieder weniger Kinder. Mit ihrer "Kind-pro-Frau"-Rate hinken die Deutschen ihren westlichen Nachbarn um einiges hinterher.

Die Zahl der Kinder pro Frau hat sich im vergangenen Jahr kaum verändert - Deutschland bleibt im europäischen Vergleich schlecht. Die Geburtenrate sank leicht auf 1,36 Babys pro Frau, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Für das Jahr 2010 hatten die Statistiker errechnet, dass jede Frau im Laufe ihres Lebens 1,39 Kinder zur Welt bringt. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will nun Frauen bei künstlicher Befruchtung finanziell unter die Arme greifen und hofft dadurch wenigstens auf einen kleinen Babyboom.

Insgesamt wurden vergangenes Jahr 662.685 Babys geboren, ermittelten die Statistiker des Bundes aus Daten der Standesämter.

Miese Werte im Vergleich mit Frankreich

Schon seit 1973 bewegt sich die Geburtenrate in Westdeutschland konstant zwischen 1,3 und 1,4 Kindern pro Frau. Auf diesem Niveau hat sich inzwischen auch der Wert für ostdeutsche Frauen eingependelt, nachdem er in den Jahren nach der Wende unter einem Kind pro Frau gelegen hatte.

Im Vergleich mit anderen Ländern Europas hält Deutschland zwar noch nicht die rote Laterne. Doch Länder wie Frankreich, Irland oder Norwegen weisen mit Geburtenraten von etwa zwei Kindern pro Frau regelmäßig deutlich bessere Werte auf.

Subventionen der Länder für künstliche Befruchtung benötigt

Ministerin Schröder will ungewollt kinderlosen Frauen helfen und rückt dafür das Thema künstliche Befruchtung in den Fokus. „Keine andere politische Maßnahme hat eine so unmittelbar positive Auswirkung auf die Geburtenrate“, sagte Schröder. Schlagartig sei die Zahl der Geburten um 9.000 Kinder gesunken, als im Jahr 2004 die Unterstützung des Bundes für die Befruchtung gestrichen wurde.

Schröder sagte, sieben Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt seien nun definitiv im künftigen Etat vorgesehen, um ungewollt kinderlose Paare zu unterstützen. Doch die CDU-Politikerin vermisst das Mitziehen aus den Ländern. Aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen gebe es mittlerweile die Zustimmung für weitere Unterstützung. Schröder kritisierte an die Adresse der 13 übrigen: „Angesichts der relativ kleinen Beträge habe ich kein Verständnis, dass sich die restlichen Bundesländer bislang so stark zurückhalten.“

Geburtenzahlen im internationalen Vergleich

Die Geburtenzahlen werden auf 1000 Einwohner berechnet.

Irland 17
Island 15
USA 14
Frankreich 13
Großbritannien 13
Norwegen 13
Russland 13
Belgien 12
China 12
Dänemark 11
Polen 11
Spanien 11
Griechenland 10
Italien 9
Japan 9
Österreich 9
Deutschland 8

Quelle: Weltbank, Zahlen für 2010, gerundet, neueste vorliegende Daten

dapd/dpa

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