Katastrophe vor 15 Jahren

Gedenkfeier zum Jahrestag der Überlinger Flugzeugkatastrophe

+
Angehörige der russischen Absturzopfer trauern mit Blumen und Kränzen am zerstörten Heck der Tupolew 154. Foto: Rolf Haid

Auch 15 Jahre nach der Flugzeugkatastrophe von Überlingen sitzen Trauer und Schmerz bei den Hinterbliebenen tief. Das war bei der zentralen Gedenkfeier des Landes Baden-Württemberg zu spüren.

Überlingen (dpa) - Mit einer bewegenden Gedenkfeier hat das Land Baden-Württemberg in Überlingen am Bodensee der Opfer der Flugzeugkatastrophe vor 15 Jahren gedacht.

Vor etwa 80 Hinterbliebenen sagte Staatsminister Klaus-Peter Murawski: "Wir können dieses furchtbare Unglück nicht rückgängig machen, aber wir können dazu beitragen, dass es nicht in Vergessenheit gerät." Es habe neben Trauer und Schmerz auch Solidarität, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt ausgelöst: "Das tragische Ereignis hat Menschen zusammengeführt, die vorher nichts voneinander wussten. Es wurden Brücken der Freundschaft vom Bodensee zum Ural gebaut, die heute noch bestehen."

Am 1. Juli 2002 waren nahe Überlingen eine russische Passagiermaschine und ein DHL-Flugzeug zusammengestoßen und abgestürzt. Dabei kamen alle 71 Insassen ums Leben, unter ihnen Dutzende Schulkinder aus der russischen Teilrepublik Baschkortostan. Die Tupolew war auf dem Weg nach Spanien, wo die Kinder Urlaub machen wollten. Auch die zwei Piloten des Frachtflugzeugs kamen um. 

Der Vertreter der Hinterbliebenen, Sulfat Chammatov, bedankte sich für die "herzliche Anteilnahme" Baden-Württembergs. "Viele fragen uns: Wie haltet Ihr den Verlust aus? Nun, die Besuche hier helfen uns, über unseren Verlust hinwegzukommen", sagte Chammatov, der bei dem Unglück einen Sohn verloren hatte.

Gegen 23 Uhr wollten Angehörige der Opfer zusammen mit dem Überlinger Freundeskreis "Brücke nach Ufa" Kränze an der Gedenkstätte niederlegen und für jeden Toten einen Ballon mit LED-Lichtern steigen lassen. Ufa ist die Hauptstadt von Baschkortostan.

Freundeskreis Überlingen

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.