Gefährliche Fluglotsen-Panne in Frankfurt

Langen - Wie erst jetzt bekannt wurde, hat ein Fehler eines Fluglotsen im Dezember am Frankfurter Flughafen zu einer gefährlich nahen Begegnung von zwei Passagiermaschinen geführt.

Ein Riesenairbus A380 war damals durchgestartet, fast gleichzeitig war aber auch von der Parallelbahn ein Flugzeug vom Typ A320 gestartet. Statt der vorgeschriebenen 12,8 Kilometer habe der Abstand der Maschinen in der Luft nur 1,8 Kilometer betragen, berichtete die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Donnerstag in Langen.

Zwar habe keine Kollisionsgefahr bestanden, aber DFS-Geschäftsführer Dieter Kaden nannte den Vorfall „ganz gravierend“. „So etwas darf nicht passieren.“ Vorausgegangen sei ein Missverständnis zwischen den beiden Lotsen, die die Maschinen leiteten. Der Lotse, der den Start für die kleinere Maschine freigab, „hätte ein paar Sekunden warten müssen“, sagte DFS-Sprecher Axel Raab. Der A 380 sei wegen heftiger Turbulenzen kurz vor Landung noch einmal durchgestartet.

Das sind die Aufgaben der Vorfeld-Mitarbeiter

Die Vorfeldbeschäftigten sorgen dafür, dass der Flugzeugverkehr am Boden und in der Luft reibungslos abgewickelt wird. Rund 200 Vorfeldbeschäftigte am Frankfurter Flughafen haben ihre Arbeit niedergelegt. Die Fluglotsen haben ebenfalls angekündigt, zu streiken. © dpa/dapd
Eine Bodenlotsin koordiniert vom Tower aus den Flugzeugverkehr am Boden. Rund 90 Vorfeldlotsen arbeiten im Frankfurter Tower. © dpa/dapd
Die Vorfeldbeschäftigten sorgen dafür, dass der Flugzeugverkehr am Boden und in der Luft reibungslos abgewickelt wird.
Bevor die Fluglotsen dran sind, bekommen die Flugzeuge Orientierung durch Vorfeldeinweiser. © dpa/dapd
Die Vorfeldbeschäftigten sorgen dafür, dass der Flugzeugverkehr am Boden und in der Luft reibungslos abgewickelt wird.
Vom Tower aus koordinieren die Mitarbeiter die Starts und Landungen. © dpa/dapd
Die Vorfeldbeschäftigten sorgen dafür, dass der Flugzeugverkehr am Boden und in der Luft reibungslos abgewickelt wird.
So genannte Follow-Me-Cars geleiten die Flugzeuge zu den Startbahnen. Mitarbeiter der Vorfeldaufsicht steuern sie. Rund 90 Personen arbeiten in Frankfurt in diesem Bereich. © dpa/dapd

Der Vorfall vom 13. Dezember, der noch nicht abschließend untersucht ist, fehlt noch in der Statistik der gefährlichen Begegnungen im deutschen Luftraum für das vergangene Jahr. Sie weist vier solcher Zwischenfälle aus, die aber laut DFS allesamt nicht in ihre Verantwortung fallen. In allen vier Fällen seien sich Militärmaschinen und Kleinflugzeuge zu nahe gekommen - zwei in Nord- und zwei in Süddeutschland. Zu Unfällen war es aber nicht gekommen.

Weltweit war Fliegen im vergangenen Jahr so sicher wie noch nie. In der zivilen Luftfahrt starben 498 Menschen, wie die Sicherheitsbilanz des deutschen Unfalluntersuchungsbüros JACDEC ergab. Im Jahr zuvor waren noch 829 Flugzeuginsassen ums Leben gekommen. Die große Mehrheit der Unfälle ereignete sich mit Flugzeugtypen, die seit Jahren nicht mehr gebaut werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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