Immer mehr Teilnehmer auf den Plattformen für Fake-Nachweise

Gefälschte Impfpässe: So heftig wächst der illegale Handel auf Telegram

Gefälschte Impfausweise: Der Handel im Darknet und bei Telegram nimmt weiter zu. Die Hintergründe.

In Baden-Württemberg hat die 7-Tage-Inzidenz als Richtwert in der Corona-Krise ausgedient*. Das gesellschaftliche Leben soll wieder an Fahrt aufnehmen - vor allem für Geimpfte wird‘s etwas entspannter, wie echo24.de* berichtet. Und hier liegt das Problem. Der Handel mit gefälschten Impfpässen nimmt zu. Gerade auf Plattformen wie Telegram greifen gerne Corona-Leugner zu den verbotenen Dokumenten.

Gefälschte Impfpässe: Telegram als Plattform für den Handel

In Deutschland und ganz Europa boomt der Handel mit den gefälschten Impfpässen. Wie jetzt die österreichische Zeitung Heute berichtet, soll es inzwischen möglich sein, „voll funktionsfähige Impfpässe via der Chat-App Telegram zu kaufen“. Auf der umstrittenen Internet-Plattform werden in diversen Chatgruppen immer wieder Verschwörungstheorien ausgetauscht.

So sollen demnach aktuell hunderte Anbieter unterwegs sein. Bezahlt werden die gefälschten Impfnachweise dann mit Bitcoin oder einem Gutschein. Doch auch Betrüger sind hier nicht vor Betrug geschützt. Nicht selten kommen die Fälschungen gar nicht bei den Käufern an. 100 bis 150 Euro sind dann in den Sand gesetzt.

Falsche Impfnachweise: Nachforschungen im Darknet

Auf dem Portal datensicherheit.de meldet sich Oded Vanunu zu Wort. Der Head of Products Vulnerabilities Research bei Check Point Software Technologies spricht über Nachforschungen der Sicherheitsbeauftragten des Softwareunternehmens: „Wir haben in diesem Jahr das Darknet und Telegram auf Corona-Virus-bezogene Angebote untersucht. Im Moment können gefälschte Impfausweise für fast alle Länder erworben werden. Alles, was Interessierte tun müssen, ist, das Land anzugeben, aus dem sie stammen und welches Produkt sie möchten.“

Der wachsende Druck auf Impfgegner in Deutschland und ganz Europa könnte laut Vanunu den Handel mit den gefälschten Impfpässen in Zukunft noch weiter befeuern: „In der Tat gibt es Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, aber trotzdem die Freiheiten haben möchten, die mit dem Nachweis einer Impfung einhergehen. Diese Menschen wenden sich zunehmend dem Darknet und Telegram zu.“

Polizei ermittelt wegen gefälschten Impfpässen

Die Polizei und die Behörden der einzelnen Länder haben alle Hände voll damit zu tun, die Verbreitung der Fake-Impfnachweise zu verhindern. Erst vor wenigen Tagen hatte die italienische Polizei eine Razzia durchgeführt. Wie der ORF in einer vermeldet, wurden dabei 32 Wohnungen in Rom, Mailand und Bari durchsucht. Und auch die Käufer der falschen Pässe stehen im Visier der Ermittler.

Auch in Deutschland laufen immer öfter Ermittlungen wegen Impfpass-Fälschung. Auch abseits des Internets läuft der Handel auf Hochtouren. Laut dem NDR wurde durch die Polizei und Staatsanwaltschaft Hildesheim eine Gemeinschaftspraxis im Landkreis Gifhorn durchsucht. Die Ärzte sollen falsche Corona-Impfausweise ausgestellt haben.

Bereits im April warnte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg eindringlich vor den Fälschungen* aus dem Darknet und den den diversen Plattformen. Das Softwareunternehmen Check Point schätzt laut Bericht, dass derzeit rund 2.500 Telegram-Gruppen aktiv sind. pro Gruppe soll es sich um 100.000 Teilnehmer handeln. Folge dieser enormen Anzahl an Teilnehmern: Die Preise für gefälschte Impfpässe sind um die Hälfte gesunken.

Das steckt hinter dem Unternehmen Check Point

Check Point Software Technologies ist bekannt für seine Firewall- und VPN-Produkte. Das Softwareunternehmen wurde 1993 gegründet. Unter anderem bietet die Firma für die Endgerätesicherheit Datensicherheit, Netzwerksicherheit, erweiterte Bedrohungsabwehr, Forensik, Endpoint Detection and Response (EDR) und Remote Access VPN-Lösungen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sophia Kembowski

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