Gefahr durch Sprossen schon länger bekannt 

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Bereits im Jahr 2010 warnten die Behörden vor rohen Sprossen.

Berlin - Bereits 2010 wiesen das Bundesinstitut für Risikobewertung und die Verbraucherzentrale in Bayern auf die Gefahren von rohen Sprossen hin. In Hamburg bessert sich der Zustand der EHEC-Patienten.

Experten haben schon vor der EHEC-Welle auf die Infektionsgefahren durch rohe Sprossen hingewiesen. Die feuchtwarmen Wachstumsbedingungen für Keimlinge böten ein optimales Umfeld für Bakterien und Schimmelpilze, warnte die Verbraucherzentrale Bayern im August vergangenen Jahres in einer Pressemitteilung.

Stammt der EHEC-Erreger aus diesem Bauernhof?

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“Kleine Kinder, Schwangere, ältere oder immungeschwächte Menschen sollten daher auf den Verzehr roher Sprossen verzichten“, empfahlen die Verbraucherschützer. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung machte bereits 2010 auf die hohe Keimbelastung frischer, fertig verpackter Sprossen aufmerksam. In einer Untersuchung sei festgestellt worden, dass sich Keime in abgepackten Sprossen innerhalb weniger Tage stark vermehrten.

EHEC: Was die Bauern mit ihrer Ware machen

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Zum Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums seien die Sprossen überdurchschnittliche hoch mit Keimen belastet, heißt es in einer Stellungnahme vom Juni 2010. Auch wenn abgepackte Sprossen gekühlt aufbewahrt würden, bestehe die Gefahr einer Kontamination mit krank machenden Keimen wie Listerien, Salmonellen, E. coli-Bakterien (EHEC) oder Viren wie Noroviren oder Hepatitis A-Viren, warnte das Bundesinstitut.

Sprossen stehen im Verdacht, zahlreiche EHEC-Erkrankungen in Deutschland ausgelöst zu haben. Inzwischen werden laut Robert-Koch-Institut 21 Todesfälle mit EHEC in Verbindung gebracht. Bundesweit sind mehr als 1.500 EHEC-Fälle und 620 HUS-Fälle gemeldet worden.

Hamburger Uniklinik: Zustand vieler HUS-Patienten wird besser Hamburg

Der Gesundheitszustand vieler schwer erkrankter EHEC-Patienten im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wird besser. “Wir beobachten bei vielen unserer Patienten eine zunehmende Stabilisierung der Laborparameter und der Nierenfunktion“, erklärte der Nierenspezialist Prof. Rolf Stahl am Montag.

EHEC: Die wichtigsten Fragen und Antworten

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Der Neurologe Prof. Christian Gerloff berichtete, auch die neurologischen Symptome seien insgesamt rückläufig. “Wir sind froh über diese Entwicklung und hoffen, dass sich dieser positive Trend auch in den nächsten Tagen bestätigt“, sagte UKE-Chef Prof. Jörg Debatin. Bei der schweren Verlaufsform hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) kann es zu Nieren- und Hirnschäden kommen.

Zweiter Brandenburger mit EHEC-Infektion gestorben

In Verbindung mit der Darminfektion EHEC sind in Brandenburg inzwischen zwei Männer gestorben. Allerdings ist die genaue Todesursache in beiden Fällen noch unklar, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Montag in Potsdam sagte.

Beide Männer litten bereits an anderen Erkrankungen. Ein mit EHEC-Verdacht eingelieferter Patient aus dem Havelland starb am Montag in einer Klinik. Der Mann habe an einer schweren Grunderkrankung gelitten, hieß es. Begleitend sei das EHEC-Bakterium nachgewiesen worden, nicht aber das für den Ausbruch der Darminfektion typische Toxin. Derzeit könne man noch nicht sagen, ob und inwiefern der EHEC-Erreger zum Tod des Mannes beigetragen habe, sagte die Sprecherin.

dapd/dpa

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