Geiselnehmer in Psychiatrie

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Der 30-Jährige (rote Jacke) hatte seinen vierjährigen Sohn als Geisel genommen.

Bad Langensalza - Nach der Geiselnahme im thüringischen Bad Langensalza ist der Täter in einer Psychiatrie. Der 30-Jährige hatte sich nach einem Überfall mit seinem Sohn (4) verschanzt.

Sein vierjähriger Sohn, mit dem er sich nach einem Supermarküberfall am Dienstag acht Stunden lang in seiner Wohnung verschanzt hatte, sei körperlich wohlauf, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dapd am Mittwoch. Der Junge habe die Nacht zur Beobachtung in einer Kinderklinik verbracht. Derzeit sei noch offen, wie lange der Krankenhausaufenthalt dauere und wohin das Kind danach kommt.

Nach Angaben des Landratsamtes hat der 30-Jährige zusammen mit der getrennt von ihm lebenden Mutter das Sorgerecht für den kleinen Jungen. Die Eltern hätten vereinbart, dass der Junge bei seinem Vater lebt. Die Situation der beiden sei in der Vergangenheit kein Fall für die Jugendhilfe gewesen. Allerdings sei das Jugendamt vor zwei Wochen Hinweisen nachgegangen, wonach sich der Mann auffällig verhalten haben soll. “Es gab jedoch keinen Grund, jugendhilferechtlich tätig zu werden“, erklärte das Landratsamt.

Der Polizei zufolge befand sich der 30-Jährige seit Längerem in psychiatrischer Behandlung und musste regelmäßig Psychopharmaka einnehmen. Es deute jedoch einiges darauf hin, dass er dies öfter vernachlässigt habe.

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Ob weitere Waffen oder Sprengstoff in der Wohnung des Mannes gefunden wurden, konnte die Polizei nicht bestätigen. Zudem sei weiter fraglich, ob der er die Marktleiterin eines Supermarktes mit einer echten Waffe bedroht hatte. Am Mittag soll der Mann dem Haftrichter vorgeführt werden.

Der arbeitslose Mann hatte nach dem Raub die alarmierten Beamten davor gewarnt, in seine Wohnung zu kommen. Er drohte damit, das Haus in die Luft zu sprengen.

dapd/dpa

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