Knochenmark-Koffer gestohlen: Spender bleibt anonym

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Ein Koffer mit einer möglicherweise lebensrettenden Knochenmarkspende wurde in Siegburg aus einem ICE gestohlen - und in Emden von Putzleuten wiedergefunden. Foto: Bundespolizei

Köln - Der Spender der Knochenmarkspende, die aus einem Zug gestohlen wurde und dann wieder auftauchte, bleibt anonym. Das sieht das französische Recht vor.

Der Empfänger werde den Spender wohl nie persönlich kennenlernen. Wegen der strikten Auflagen in Frankreich dürften sich beide nur anonym schreiben, teilte die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) am Donnerstag mit.

Die Regeln seien international unterschiedlich, erläuterte DKMS-Sprecher Guido Ening. Anders als in Deutschland dürften sich Spender und Empfänger in Frankreich nicht kennenlernen.

Von den Dieben fehlte nach Angaben der Bundespolizei am Donnerstag zunächst noch jede Spur. Die Ermittler gehen davon aus, dass es keine Gelegenheitstäter waren und wollen auch Videoaufzeichnungen aus Bahnhöfen auswerten. Die Diebe hatten am Dienstag zwei Kuriere bei einem Halt eines ICE in Siegburg ausgetrickst, waren mit dem Koffer samt Spende geflohen und ließen ihn später einfach liegen. Am Abend hatten ihn Putzleute in einem anderen Zug in Emden gefunden.

Ärzte setzten die unversehrte Spende am Mittwoch einem Patienten in Straßburg ein. Eine Erfolgsprognose sei schwierig und hänge von Faktoren wie der Art und dem Stadium einer Erkrankung wie Blutkrebs ab, sagte Ening.

Spender oder Empfänger können in diesem speziellen Fall nur Kontakt aufnehmen, indem sie sich schreiben: Der Spender in Deutschland an die DKMS und der Empfänger in Frankreich an das französische Spenderegister. Dort werden die Briefe auf Anonymität geprüft, wie Ening sagte. Durch die Anonymität solle verhindert werden, dass ein Spender moralisch unter Druck gerate, wenn eine zweite Spende nötig werde.

Dieses Anonymitäts-Gebot verhindert aber wundervolle Begegnungen wie Ening sie beschreibt: „Man erlebt, wie sich Menschen in den Armen liegen. Da ist so viel Dankbarkeit dabei.“ Und Vertrautheit, wenn sie sich mit den Spitznamen aus den Briefen ansprächen.

In Deutschland sei die Regelung deutlich liberaler: Der Spender erhält allgemeine Informationen zum Geschlecht, Alter und Land des Empfängers. Nach drei Monaten kann der Spender auf eigenen Wunsch Informationen zum Heilungserfolg bekommen und auch ein Briefwechsel ist möglich. Nach zwei Jahren dürfen Kontaktdaten ausgetauscht werden und dann können sie sich auch treffen.

dpa

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