Drohende Strafe: 99 Peitschenhiebe

Deshalb wurden im Iran 120 feiernde Menschen verhaftet

Im Iran geht die Polizei derzeit hart gegen „illegale Partys“ vor. Dabei geht es nicht um harte Drogen oder Lärmbelästigung. Nein - die Menschen werden verhaftet, weil sie schlicht nicht feiern dürfen. 

Die iranische Polizei hat in Teheran 120 feiernde Männer und Frauen wegen Verstößen gegen islamische Regeln festgenommen. Wie die Nachrichtenagentur Mizan Online am Donnerstag meldete, wurden bei der Razzia in einem für das Fest angemieteten Café 15 Personen im betrunkenen Zustand angetroffen und 15 Flaschen mit Alkohol beschlagnahmt. Unter den Festgenommenen waren zwei Sänger, die für einen Auftritt in dem Café keine Erlaubnis hatten, hieß es unter Berufung auf den Generalstaatsanwalt Abbas Dschafari Dolatabadi.

Harte Strafen für Partygänger

In der Islamischen Republik ist es Männern und Frauen verboten, außerhalb der Familie gemeinsam zu tanzen. Alkohol ist für Muslime grundsätzlich tabu. Dieses Jahr wurden im Iran im Zuge einer Kampagne gegen illegale Partys mit Alkoholkonsum immer wieder Menschen festgenommen.

Eine der größten Razzien fand im Juni statt, als es in einem Restaurant in einem Außenbezirk von Teheran 132 Festnahmen gab. Im Mai wurden 30 Studierende, die gemeinsam ihren Hochschulabschluss gefeiert hatten, zu je 99 Peitschenhieben verurteilt. Die Strafe wurde umgehend vollstreckt. Ebenfalls Ende Mai kamen acht Menschen wegen der Verbreitung "obszöner Musik" in Haft.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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