Bruder: Benedikt wird kein "völliger Pensionist"

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Papst-Bruder Georg Ratzinger

Regensburg - Papst-Bruder Georg Ratzinger schließt einen Deutschland-Besuch von Benedikt XVI. nach dessen Rücktritt aus. Er ist sich außerdem sicher, dass dieser weiterhin viel arbeiten wird.

„Eine Dienstreise kommt sowieso nicht mehr infrage, und auch einen privaten Besuch halte ich für höchst unwahrscheinlich“, sagte der 89-Jährige am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Pressestimmen zum angekündigten Papst-Rücktritt

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Corriere della sera (Italien): Der Papst gibt sein Pontifikat ab: "Ich gehe zum Wohle der Kirche" © Screenshot Website
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La Repubblica (Italien): Papst Benedikt XVI. gibt sein Pontifikat am 28. Februar ab - "Ich habe keine Kräfte mehr dafür" © Screenshot Website
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Er rechne auch nicht mehr mit einer Visite Benedikts in seinem Regensburger Haus, ergänzte der langjährige Domkapellmeister.

Sein Bruder werde kein "völliger Pensionist" werden, sagte Georg Ratzinger. „Bloß warten, bis der Tag vergeht, das wird er sicher nicht tun.“

Diese Männer könnten Papst werden

Mögliche Papst-Nachfolger
Wer wird der nächste Papst? Längst gibt es Spekulationen über mögliche Nachfolger von Benedikt XVI. © dpa
Marc Ouellet
Marc Ouellet (68): Der Kanadier und päpstliche Delegat gilt als Favorit bei den Buchmachern. Seine Chancen stehen laut Vatikan-Insidern nicht schlecht, denn er hat sich in Rom profiliert. Sein Problem ist allerdings die geringe Lobby der Katholiken in Nordamerika. © dpa
Tarcisio Bertone
Tarcisio Bertone (78): Der Kardinalstaatssekretär ist Italiener und kennt den Vatikan gut. Bertone war eine Art Regierungschef unter Benedikt, er gilt aber als umstritten und kann keine Fremdsprache. Gegen ihn spricht auch eine ­vatikanischen Redewendung, nach der kein Kandidat zu sehr im Vordergrund stehen sollte. Denn: Wer als Papst in die Wahl gehe, der komme als Kardinal wieder heraus. © dpa
Angelo Scola
Angelo Scola (71): Auch der Mailänder Erzbischof gehört zu den italienischen Kandidaten. Er wurde auch schon als Nachfolger von Johannes Paul II. gehandelt. © dpa
Peter Turkson
Peter Turkson (65): Er könne sich gut vorstellen, dass erstmals ein Afrikaner Papst werde, sagte Benedikt einmal. Glaubt man den Wettanbietern, ist diese Lösung wahrscheinlich: Afrikanische Kardinäle liegen bei den Buchmachern hoch im Kurs. Ganz vorne unter den Kandidaten: der ghanaische Kardinal Peter Turkson. Er ist Präsident des Päpstlichen Rates für Frieden und Gerechtigkeit. © dpa
Francis Arinze
Francis Arinze (81): Auch der erfahrene Kurienkardinal Francis Arinze aus Nigeria wird bei Wettanbietern hoch gehandelt. © dpa
Joao Braz de Aviz
Joao Braz de Aviz (65): 2011 ernannte ihn Benedikt zum Präfekt der Ordenskongragation. Der Brasilianer ist Kurienkardinal. © AP
Odilo Pedro Scherer
Odilo Pedro Scherer (64): Der Kardinal von Sao Paulo mit deutschen Vorfahren zählt auch zum Favoritenkreis. Er vertritt die lateinamerikanische Kirche – häufig war zu hören, aus ihren Kreisen solle der neue Pontifex stammen. © dpa
Luis Antonio Tagle
Luis Antonio Tagle (55): Der Philippine ist Erzbischof von Manila und wurde erst im November 2012 zum Kardinal ernannt – trotzdem hat er keine schlechten Chancen. In der Philippinischen Bischofskonferenz ist er Mitglied der Kommission für die Glaubenslehre. © dpa
Jorge Mario Bergoglio
Jorge Mario Bergoglio (76): Geheimen Aufzeichnungen zufolge stimmten bereits in der Konklave 2005 etwa 40 Kardinäle für den Brasilianer. © dpa
Leonardo Sandri
Leonardo Sandri (69): Auch der argentinische Kurienkardinal gilt als recht aussichtsreicher Kandidat. © dpa

Unterdessen scheinen die Pläne für den Umzug Joseph Ratzingers in sein neues Domizil in einem Kloster im Vatikan weiter gediehen zu sein als bisher angenommen. „Die Wohnung wird schon eingerichtet“, sagte sein Bruder. Das Haus wird nun zur päpstlichen „Pensionisten-Wohnung“ umgebaut, wie es der Papst-Bruder nannte.

Offensichtlich will der einstige Theologieprofessor Joseph Ratzinger dort wieder wissenschaftlich arbeiten. „Es wird eine kleine Schreibstube eingerichtet“, sagte der 89-Jährige. Er verriet, dass die vier Schwestern der katholischen Laienvereinigung „Memores Domini“, die schon bisher den Haushalt Benedikts im Apostolischen Palast betreuten, mit umzögen. Nur auf seine Kammerdiener müsse Benedikt künftig verzichten.

Weiter sagte Georg Ratzinger der dpa zum neuen Leben seines Bruders: „Ich hoffe, dass wir künftig mehr Zeit füreinander haben.“ Bisher habe er in Rom den Papst immer nur morgens, mittags und abends gesehen. Auch im neuen Haus wird wie im Apostolischen Palast wieder Platz für den älteren Bruder sein. Georg Ratzinger: „Ich bekomme sicher ein eigenes Zimmer.“

dpa

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