Rund zehn Tage nach Absturz

Ticker: Zweite Germanwings-Blackbox gefunden

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Das Bild zeigt ein Foto von der zweiten Blackbox, die am Donnerstag zehn Tage nach dem Absturz des Germanwings-Airbus in den französischen Alpen gefunden wurde.

München - Rund zehn Tage nach dem Germanwings-Absturz in den französischen Alpen ist die zweite Blackbox des Airbus A320 gefunden worden. Alle Entwicklungen des Tages finden Sie hier im Live-Ticker.

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Germanwings-Absturz - die Fakten im Überblick

> In Haltern haben mehr als tausend Menschen Abschied von den Absturz-Opfern genommen. 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des örtlichen Joseph-König-Gymnasiums waren ums Leben gekommen.

> Über die letzten Augenblicke an Bord der Germanwings-Airbus vor dem Absturz ist Medienberichten zufolge ein Video aufgetaucht. Die Staatsanwaltschaft hat den Fund in Frage gestellt und dessen Herausgabe gefordert.

> Laut Düsseldorfer Staatsanwaltschaft galt der Co-Pilot Andreas L. vor einigen Jahren als suizidgefährdet. Die Verkehrsfliegerschule der Lufthansa wusste während der Ausbildung von Copilot Andreas L. von einer vorausgegangenen Depression.

> Der zweite Flugschreiber ist am Donnerstag - rund zehn Tage nach dem Absturz - gefunden worden.

> Nach Angaben der Ermittler ist die Bergung der Todesopfer abgeschlossen. Die Identifizierung soll bis Ende der Woche beendet sein.

> Der Co-Pilot Andreas L., der den Germanwings-Airbus zum Absturz brachte, hat sich vor der Katastrophe im Internet über Arten du Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung informiert.

Live-Ticker zum Germanwings-Absturz: Zweite Blackbox gefunden

+++ Die zweite Blackbox des abgestürzten Germanwings-Airbus ist vermutlich auswertbar. Wie der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, sagte, lässt der Zustand des Flugdatenschreibers "auf eine Möglichkeit der Auswertung hoffen".

+++ Nach Angaben des zuständigen Staatsanwaltes von Marseille konnten bisher 150 verschiedene DNA-Profile aus den Proben von der Absturzstelle in den französischen Alpen isoliert werden.

+++ Der Copilot hat sich vor dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich im Internet über Arten und Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung informiert. Auch nach Sicherheitsmechanismen von Cockpittüren habe er gesucht, wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Donnerstag mitteilte.

+++ Einsatzkräfte haben den zweiten Flugschreiber der in den Alpen abgestürzten Germanwings-Maschine gefunden. Das teilte der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, am Donnerstag mit.

+++ Das Düsseldorfer Ermittlerteam der Soko „Alpen“ ist von der Absturzstelle der Germanwings-Maschine in Frankreich zurückgekehrt. „Der direkte und persönliche Abgleich der jeweiligen Ermittlungsstände war ein echter Gewinn und hat uns in jeder Form weitergebracht“, sagte der Chef der Sonderkommission, Roland Wolff, laut Mitteilung am Donnerstag.

Oliver Pocher verärgert mit Facebook-Post zu Germanwings-Absturz

+++ Nicht nur die US-Politikerin Michele Bachmann hat mit einem unpassenden Facebook-Post zum Germanwings-Absturz für Empörung gesorgt. Auch Oliver Pocher erntet für einen fragwürdigen Eintrag haufenweise Kritik in dem Sozialen Netzwerk. Er schrieb am Dienstag:

Gedanken die einem bei einem Durchstarten beim Landeanflug auf Düsseldorf unter Sturm in den Sinn kommen:Können wir...

Posted by Oliver Pocher on Dienstag, 31. März 2015

Darunter häufen sich hunderte Kommentare verärgerter User. "Einfach nur widerlich", "Wie blöd bist Du eigentlich, Pocher?" oder "Erbärmlich" schreiben zahlreiche Menschen unter dem Eintrag des TV-Comedian.

+++ Ein Pilot mit Hinweisen auf Suizidalität würde beim Germanwings-Konkurrenten Air Berlin „nicht ins Cockpit gelassen“zitiert Focus online die Fluggesellschaft. Dem Bericht zufolge, würde ein solcher Bewerber "entweder gar nicht eingestellt oder nur mit administrativen Aufgaben betraut".

+++ Nach dem Germanwings-Unglück haben viele Fluggesellschaften ihre Sicherheitsstandards im Cockpit überdacht und eine Zwei-Personen-Regel erlassen. In Zügen der Deutschen Bahn ist der Lokführer dagegen im Regelfall allein. Das soll auch so bleiben. In Zügen spielen die sogenannten Zugbeeinflussungssysteme eine zentrale Rolle, die von Zugführern weder ausgeschaltet noch beeinflusst werden können.

Politikerin vergleicht Obama mit Co-Pilot Andreas L.

Die Republikanerin Michele Bachmann empört mit einem geschmacklosen Vergleich.

+++ Die US-Politikerin Michele Bachmann hat mit einem Facebook-Post für Empörung gesorgt. Die Republikanerin aus Minnesota hat US-Präsident Barack Obama mit dem Co-Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine Andreas L. verglichen. Wörtlich schrieb sie: Mit seinem Iran-Deal ist Barack Obama für 300 Millionen Menschen der vereinigten Staaten das, was Andreas L. für 150 Seelen des Germanwings-Flugs war - ein geistesgestörter Pilot, der seine Nation gegen einen Felsen steuert. ("With his Iran deal, Barack Obama is for the 300 million souls of the United States what Andreas Lubitz was for the 150 souls on the German Wings flight - a deranged pilot flying his entire nation into the rocks".)

+++ Eine neue Expertengruppe der Luftfahrtbranche soll über Konsequenzen aus dem Absturz der Germanwings-Maschine mit 150 Toten beraten. Das Gremium soll über mögliche Änderungen am Türschutz-Mechanismus in Cockpits und über medizinische und psychologische Checks für Piloten beraten.

Hätte Air-Force-System den Absturz verhindert?

+++ Im Internet wird diskutiert, ob ein von der NASA und der U.S. Air Force entwickeltes System den Flugzeugabsturz des Germanwings-Airbus hätte verhindern können. Das "Automatic Ground Collision Avoidance System" übernimmt bei unmittelbarer Gefahr die Kontrolle über ein Flugzeug. Getestet wurde es bereits im vergangenen Jahr.

+++ Bei den Arbeiten in der Absturzregion der Germanwings-Maschine konzentrieren sich die Experten am Donnerstag auf die Suche nach dem zweiten Flugschreiber. Er soll weiteren Aufschluss geben über die Abläufe im Airbus A320. Bereits am ersten Tag wurde der Voicerecorder entdeckt.

Bundesregierung will die Sicherheit im Flugverkehr verbessern

+++ Nach dem Germanwings-Absturz will die Bundesregierung nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Donnerstag) die Sicherheit im Flugverkehr verbessern. Demnach würden derzeit unter anderem Änderungen der Türschutz-Mechanismus in Flugzeug-Cockpits sowie das Sammeln und der Austausch von Informationen aus den Flugpassagierlisten diskutiert. Der Zeitung zufolge prüft Innenminister de Maizière (CDU) außerdem die Wiedereinführung der Ausweispflicht auf allen Flügen innerhalb der EU und im Schengenraum.

+++ Gut eine Woche nach dem Absturz der Germanwings-Maschine dauert die tiefe Trauer in der besonders betroffenen westfälischen Stadt Haltern an. Zu einem öffentlichen Gedenkgottesdienst kamen am späten Mittwochnachmittag sehr viel mehr Menschen, als die St.-Sixtus-Kirche fassen konnte. Über Lautsprecher hörten Hunderte unter freiem Himmel die Predigt, Reden und Musik aus der Kirche, in der ebenfalls Hunderte Menschen trauerten.

+++ Den Ticker vom Mittwoch zum Nachlesen finden Sie hier.

Germanwings-Absturz: Chronologie der Ereignisse

Dienstag, 24. März: Die in Barcelona gestartete Maschine mit Ziel Düsseldorf stürzt in den französischen Alpen ab. © dpa
144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder sterben, darunter 75 Deutsche. © dpa
An Bord sind auch 16 Schüler und 2 Lehrerinnen aus Haltern (NRW). Nach dem Absturz treten etliche Germanwings-Besatzungen ihren Dienst nicht an. © dpa
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
Mittwoch, 25. März: Frankreichs Präsident François Hollande fliegt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft über den Unglücksort. © AFP
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
Helfer bergen im abgelegenen Tal bei Seyne-les-Alpes erste Opfer. Die Staatsanwaltschaft Marseille ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. © AFP
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
Donnerstag, 26. März: Die Auswertung des Stimmenrekorders nährt einen ungeheuren Verdacht: © dpa
Laut Staatsanwalt Brice Robin hat Copilot Andreas L. (27) den Airbus wohl mit Absicht in die Katastrophe gesteuert. Der Pilot sei aus dem Cockpit ausgesperrt gewesen. © AFP
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
Angehörige gedenken erstmals nahe der Absturzstelle der Opfer. © dpa
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
Freitag, 27. März: Die Ermittler geben bekannt, dass bei dem Copiloten zu Hause zerrissene Krankschreibungen gefunden wurden, auch für den Absturztag. © 
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
Bundespräsident Joachim Gauck kommt zu einem Gedenkgottesdienst in Haltern. © dpa
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
Lufthansa (hier CEO Carsten Spohr) sagt den Hinterbliebenen eine finanzielle Soforthilfe von jeweils bis zu 50 000 Euro zu. © AFP
Viele Airlines führen die Zwei-Personen-Regel im Cockpit ein. © dpa
Samstag, 28. März: Germanwings eröffnet in der Nähe der Absturzstelle ein Betreuungszentrum für Angehörige. © AFP
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
Sonntag, 29. März: Berichte, der Copilot habe an starken psychischen Problemen gelitten, lösen eine Debatte über die ärztliche Schweigepflicht aus. © dpa
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
Montag, 30. März: Es wird offiziell bekannt, dass Lubitz Jahre vor dem Absturz als suizidgefährdet eingestuft und in Psychotherapie war.  © Staatsanwaltschaft Düsseldorf
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
In der Düsseldorfer Soko „Alpen“ beschäftigen sich etwa 100 Ermittler mit dem Absturz. © AFP
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
Experten der französischen Gendarmerie stellen sich darauf ein, dass die Identifizierung der Opfer mehrere Monate dauern kann. © AFP
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
Dienstag, 31. März: Ein Versicherungskonsortium hat laut Lufthansa für die Kosten der Katastrophe 278 Millionen Euro zurückgestellt. © AFP
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
Ein Video aus dem Airbus, das Mitarbeitern der Bild“ und der „Paris Match“ eigenen Angaben zufolge vorgelegen habe, soll Bilder aus den letzten Sekunden des Flugs zeigen. Die Staatsanwaltschaft fordert die Herausgabe des Videos. © dpa
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
Die Lufthansa gibt bekannt, dass ihre Verkehrsfliegerschule während der Ausbildung des Copiloten von einer früheren Depression wusste. © dpa
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
1. April: Nachdem die Gendarmerie die Bergung von Opfern an der Absturzzone abgeschlossen hat, konzentrieren sich die Experten auf die Suche nach dem zweiten Flugschreiber. © AFP
Absturz Germanwings-Flug 4U9525
In Haltern kommen erneut viele Menschen zu einem öffentlichen Gedenkgottesdienst zusammen. © AFP
Germanwings, Absturz
2. April: Einsatzkräfte finden den zweiten Flugschreiber der in den Alpen abgestürzten Germanwings-Maschine. © dpa
Germanwings, Absturz
3. April: Die Auswertung der zweiten Blackbox bestätigt den Verdacht: Der Copilot der Germanwings-Maschine hat den Airbus bewusst in den Sinkflug gebracht und dabei beschleunigt, wie die Analyse des Flugdatenscheibers ergab. Dies teilte die französische Untersuchungsbehörde Bea mit. © AFP
Germanwings, Absturz
5. April: Vor dem Absturz wusste das Luftfahrtbundesamt nach eigener Darstellung nichts über Lubitz' medizinische Vorgeschichte. Die Lufthansa weist den Verdacht zurück, Informationen zurückgehalten zu haben. © dpa
Germanwings, Absturz
7. April: Der Deutsche Fliegerarztverband fordert strengere Untersuchungen von Passagierflugzeug-Piloten. © dpa
Germanwings, Absturz
9. April: Eine Frau soll sich als Angehörige eines Absturzopfers ausgegeben haben, um auf Kosten der Fluggesellschaft nach Südfrankreich zu fliegen. Es wird wegen Betrugsverdachts ermittelt. © dpa
Germanwings, Absturz
13. April: Der Weltpilotenverband Ifalpa kritisiert vorschnelle Schlüsse aus den bisherigen Unfall-Untersuchungen. © dpa

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