Ankunft am Abend in Köln

Gerst kommt heute heim: Deutscher Astronaut verlässt ISS

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Den Blick auf die Erde gerichtet: Nach 166 Tagen auf der Raumstation ISS freute sich Alexander Gerst auf Pizza und Waldläufe.

Köln. Feierabend für Deutschlands Mann im All: Nach 166 Tagen auf der Raumstation ISS kehrt Astronaut Alexander Gerst in einer Raumkapsel heute auf die Erde zurück. So geht es für den 38-Jährgen weiter.

Für Deutschlands Mann im All lag der obligatorische Apfel in Kasachstan schon bereit. Traditionell drücken Helfer Rückkehrern von der Internationalen Raumstation ISS nach der Landung Obst als schmackhaften Willkommensgruß in die Hände. Am heutigen Montag bei der Ankunft um 5 Uhr sollte das nicht anders sein: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst (38) ist mit dem Russen Maxim Surajew (42) und dem Amerikaner Reid Wiseman (38) zur Erde zurückgekehrt, drei Astronauten bleiben noch an Bord der ISS. Hier alle Informationen zur Rückkehr im Überblick:

Die Mission auf der ISS 

Gerst war der elfte Deutsche im All und der dritte Deutsche auf der ISS. Dort führte er wissenschaftliche Versuche für die Mission „Blue Dot“ (deutsch: blauer Punkt) durch, unter anderem Experimente in der Schwerelosigkeit. Mehr als 2500 Mal umrundete Gerst innerhalb von 166 Tagen die Erde, er betreuteetwa 100 Experimente und stieg für sechs Stunden in den freien Kosmos aus: „Das war die mit Abstand eindrucksvollste Erfahrung meines Lebens.“  Mit dem Raumschiff „Sojus TMA-13M“, das an die ISS angedockt war, kommen die Astronauten heute zur Erde. Es sollte heute um 1.31 Uhr ablegen. Der geplante Ankunftspunkt in der kasachischen Steppe liegt rund 80 Kilometer nördlich der Stadt Arkalyk in dem zentralasiatischen Land Kasachstan. In den vergangenen Jahren hatten Gerst und seine Kollegen die Landung immer wieder geübt.

Landung in Kasachstan 

Zur Person:

Alexander Gerst wurde am 3. Mai 1976 in Künzelsau (Baden-Württemberg) geboren. Nach dem Abitur und einer Weltreise studierte er ab 1998 Geophysik in Karlsruhe und Wellington (Neuseeland). Gerst nahm fortan an wissenschaftlichen Expeditionen teil, die ihn bis in die Antarktis führten. Er erforschte unter anderem Vulkane. 2009 begann Gerst seine Raumfahrerausbildung im Europäischen Astronautenzentrum in Köln – er hatte sich gegen mehr als 8400 Konkurrenten durchgesetzt. Zwei Jahre später wurde er als Besatzungsmitglied für die ISS- Crew für 2014 benannt. Gerst ist der elfte Deutsche im Weltraum. Keiner seiner Vorgänger ließ die Menschen auf der Erde so an seiner Mission teilhaben: Fast täglich verbreitete er seine Eindrücke aus dem All in sozialen Netzwerken. Zu Gersts Hobbys zählen Fallschirmspringen, Joggen und Fechten. Gerst ist liiert, seine Freundin arbeite auch in der Weltraumforschung, verriet er in einem Interview. (jbg)

- Gerst bei Facebook

- Gerst bei Twitter

Die Landung in der schwer zu manövrierenden Raumkapsel gilt als extrem anspruchsvoll - auch, weil es in der Sojus „so eng ist wie zu dritt in einer Telefonzelle.“ Die Landung erfolgt mittels Bremsdüsen und Fallschirmen. Rund 300 russische Soldaten, 14 Hubschrauber sowie Ärzte sind im Einsatz, um die Raumfahrer aus der Kapsel zu holen. Nach der Landung trennen sich die Wege der Astronauten: Surajew wird nach Moskau gebracht, Wiseman reist in die USA, für Gerst geht es nach Köln, wo er heute Abend erwartet wird.

Regeneration in Köln 

Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR in Köln wird Gerst zunächst in einem medizinischen Zentrum betreut. Gerst ist damit der erste europäische Astronaut, der sich in Europa und nicht in Houston (US-Bundesstaat Texas) wieder an das Erdenleben gewöhnt. Wie lange der 38-Jährige in Köln bleibt, hängt davon ab, wie schnell er sich von mehr als fünf Monaten in der Schwerelosigkeit erholt. Am 13. November will er bei einer Pressekonferenz über seine Mission sprechen.

Gersts Fazit 

Gerst wisse, dass die Reise „etwas sehr Besonderes“ gewesen sei. „Ich werde das goldene Glitzern der aufgehenden Sonne auf der Außenhaut unseres Schiffs nie vergessen.“ Jetzt freue er sich aber auf Normalität, etwa auf eine Pizza und einen Lauf im Wald. Wehmut verspürt er trotzdem: Er werde vieles vermissen aus seiner Zeit in der Schwerelosigkeit - zum Beispiel Rückwärtssalto beim Zähneputzen. (dpa/jbg)

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