Geschlechtsumwandlung mit 78: Er will eine Frau werden

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Ein undatiertes Privatfoto zeigt Ruth Rose bei einem privaten Dinner. Früher war sie einmal Offizier bei der Royal Air Force - und trug heimlich Frauenkleider. Nun will die 78-jährige Britin Ruth Rose endlich eine richtige Frau werden.

London - Früher war sie einmal Offizier bei der Royal Air Force - und trug heimlich Frauenkleider. Nun will die 78-jährige Britin Ruth Rose endlich eine richtige Frau werden. Und hofft, dass die Operation genehmigt wird.

Graue Locken, Lippenstift, weiße Bluse: Auf den ersten Blick erscheint Ruth Rose einfach nur wie eine ganz normale, alte Dame. Doch der Eindruck trügt: Ruth ist 1,83 Meter groß, hat ziemlich breite Schultern und eine dunkle Stimme. Die Rentnerin hieß bis vor drei Jahren noch James und war früher einmal Offizier bei der Royal Air Force. Ruth war ihr ganzes Leben - zumindest biologisch - ein Mann. Mit 78 Jahren will sich die Transsexuelle nun einer Geschlechtsumwandlung unterziehen - sie wäre wohl einer der ältesten Menschen, der sich dieser Prozedur unterzieht.

Die Britin aus dem südenglischen Sussex fühlte sich schon als Neunjährige im falschen Körper. Vor vier Monaten - fast 70 Jahre später - begann sie eine Hormontherapie. Röcke und Kleider trug sie bereits seit den 70er Jahren, zunächst allerdings heimlich. Nun wartet sie auf den lange ersehnten letzten Schritt: die Operation.

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

In Saudi-Arabien verklagte eine junge Frau ihren Mann, weil sie nach drei Jahren Ehe noch Jungfrau war. Der Anwalt des Mannes verwies auf die Impotenz seines Mandanten. Er wolle die Frau nur gegen Rückzahlung der 40.000 Rial (7.818 Euro) Brautgeld freigeben. Die Frau verlangte finanzielle Entschädigung für die drei Jahre ohne Sex. © dpa
In Sydney sprang ein Känguru versehentlich durch ein Fenster in das Schlafzimmer des ausgewanderten Schweizer Kochs Beat Ettlin und landete in dessen Ehebett. Verwirrt hüpfte das Tier durch das ganze Haus. Ettlin konnte es schließlich in den Schwitzkasten nehmen und hinausjagen. Das Känguru verschwand in einem nahen Tierschutzpark. © dpa
In Neuseeland kam ein 21-jähriger Mann beim Versuch, einen Tresor zu knacken, ins Schwitzen. Als er deshalb seine Maske abnahm, filmte ihn eine versteckte Kamera. Die Polizei veröffentlichte die Fotos auf Facebook, der Räuber wurde am nächsten Tag gefasst. © dpa
Eine Diebin, die in einem Designer-Shop in Florida sechs Geldbörsen mit insgesamt 1.200 Dollar gestohlen hatte, stolperte auf der Flucht vor dem Kaufhausdetektiv vor dem heranrollenden Wagen ihres Komplizen, geriet unter die Räder, kam wieder auf die Beine, sprang auf die Kühlerhaube, rutschte ab und wurde abermals überrollt. Beim dritten Versuch schaffte sie es ins Auto und entkam. © dpa
Weil sie gepiercte Katzen zum Verkauf angeboten hatte, wurde Holly Crawford aus Pennsylvania von Tierschützern angezeigt. Sie hatte den Katzen Piercings an Ohren, Hals und Schweif verpasst und sie im Internet für hunderte Dollars als „Gothic Kitten“ angepriesen. © dpa
Die 13-jährige Reina aus New York verschickte in einem Monat 14.528 Kurznachrichten von ihrem Handy - also im Durchschnitt alle zwei Minuten eine. Ihr Vater bekam eine 440 Seiten lange Rechnung. Kosten fielen keine an. Der Handyvertrag beinhaltete unlimitierten SMS-Versand. © dpa
Eine US-Airline lieferte einer Tierhandlung in Philadelphia einen Sarg samt Leiche. Das Geschäft hatte ein Aquarium mit tropischen Fischen bestellt. Die Witwe des Verstorbenen nahm es mit Humor: Ihr Mann sei immer schon ein Spaßvogel gewesen. © dpa
Forscher lösten das Geheimnis um mysteriöse Kreise in tasmanischen Kornfeldern: Kängurus hatten Mohnsamen gefressen und waren im Drogenrausch im Kreis gehüpft. Die Mohnbauern Tasmaniens liefern etwa die Hälfte des weltweiten Bedarfs für medizinisches Opium. © dpa
Ein 54-jähriger Japaner gab sich bei einer Pharmazie-Prüfung als sein 20-jähriger Sohn aus. Der Medikamenten-Großhändler fürchtete, sein Sohn würde den Test nicht bestehen. Der Schwindel flog auf, weil der Japaner im Prüfungsstress sein eigenes Geburtsdatum angab. © dpa
In England löste ein Pony mit ungewöhnlich kurzen Beinen mehrmals falschen Alarm aus. Autofahrer, die das Tier grasen sahen, glaubten, es stecke im Morast fest und riefen Rettung und Feuerwehr. In nur einer Woche fielen so Kosten in Höhe von 8.000 Pfund an. © dpa
Eine 152 Zentimeter große und 125 Kilo schwere Amerikanerin mit einem Tumor im Rücken wurde vom Spital in Kansas City für einen Magnetresonanztest in den Zoo geschickt. Für das Gerät im Krankenhaus sei sie zu schwer und zu breit, hieß es. „Ich wusste, dass ich dick bin“, sagte sie, „aber doch nicht so dick wie ein Elefant!“ © dpa
An der Universität Leeds warfen Putzfrauen wertvolles wissenschaftliches Material in den Müll. Es handelte sich um Exkremente einer seltenen Eidechsenart. Der Wissenschaftler verklagte den Putzdienst. Das Missgeschick kostete ihn sieben Jahre Forschungsarbeit. © dpa
In der Nähe der indischen Stadt Bijapur verschlang ein Büffel ein Handy samt Etui, das einem Bauern aus der Tasche gefallen war. Der Mann fand es im Büffelkot. Es war noch intakt. Sieben Anrufe waren eingegangen. © dpa
In Australien belästigte der siebenjährige Emu Edward, ein riesiger Laufvogel, seine Besitzerin sexuell. Wenn sie die Hühner fütterte, wollte er sie in sein Nest drängen. Sie musste sich mit Palmwedeln wehren. Über einen Radiosender suchte sie deshalb ein Emu-Weibchen. © dpa
In England stopfte ein 20-jähriger Mann die sechs Monate alte Katze seiner Freundin in eine Marihuana-Pfeife aus Plexiglas. Wegen Tierquälerei angezeigt erklärte er, gelesen zu haben, dass Haschisch Haustiere beruhigen würde. Tatsächlich habe sich die Katze danach geputzt und artig hingelegt. © dpa
In Wien musste eine 58-jährige Schweizerin in Untersuchungshaft, weil sie im Bezirk Hernalls zwölf Jahre lang den Pfarrer sexuell bedrängt haben soll. Nach Ansicht der Frau sei der Priester die Reinkarnation von Jesus Christus. © dpa
Eine Fledermaus krallte sich am Außentank eines amerikanischen Spaceshuttles fest. Versuche, sie vor dem Start zu vertreiben, schlugen fehl. Ob sie den Trip überlebt hat, ist unklar. Später aufgenommene Bilder von der Außenhülle des Shuttles zeigten keine Spur mehr von ihr. © dpa
Im Nordosten des Schweizer Kantons Thurgau stieß die Polizei bei einem Test des Satellitenkarten-Programms Google Earth auf eine Marihuana-Plantage. 16 Menschen wurden verhaftet und 1,1 Tonnen Marihuana beschlagnahmt. © dpa
Als in Leipzig ein 25-jähriger Stahlarbeiter über die Hitze klagte, steckte ihm sein Kollege aus Spaß einen Hochdruck-Luftschlauch ins Gesäß. Durch die Druckluft platzte dem Mann der Darm. Er lag tagelang auf der Intensivstation. © dpa
Polizisten weckten einen von gärenden Wildkirschen in seinem Bauch beschwipsten Dachs, der mitten auf der Straße seinen Rausch ausschlief. Zuerst weigerte er sich, seinen Platz zu verlassen. Erst als ihn die Beamten mit einem Besen stießen, trollte er sich auf eine Wiese, wo er weiter schlief. © dpa
Eine 73-jährige Klagenfurterin wurde zu 360 Euro Geldstrafe wegen Stalkings verurteilt, nachdem ihr Sohn sie angezeigt hatte. Sie habe ihn zweieinhalb Jahre lang bis zu 49 Mal am Tag angerufen. Die Mutter war entrüstet: Sie habe nur reden wollen, sagte sie und enterbte ihn. © dpa
In den USA verklagte ein 49 Jahre alter Chirurg seine Frau nach der Trennung: Er wollte seine Niere zurück, die er ihr gespendet hatte. Trotz dieses Liebesbeweises habe sie ihn betrogen. Weil das Organ kein zweites Mal transplantiert werden konnte, verlangte er als Gegenwert 1,5 Millionen Dollar. © dpa
Die neuseeländische Brückenechse Henry wurde mit 111 Jahren zum ersten Mal Vater. Zuvor war ihr ein Genitaltumor entfernt worden. © dpa

Ob Ruth am Ende wirklich eine “komplette“ Frau wird, ist allerdings noch nicht hundertprozentig sicher. Anfang August hat sie ihr zweites Gespräch am Charing Cross Hospital in London. “Das erste Gespräch war sehr positiv“, sagt Ruth optimistisch. “Wenn es klappt, dann erfüllt sich für mich ein lange gehegter Wunsch. Wenn nicht, dann werde ich mich auch nicht unterkriegen lassen, ich bin eine starke Persönlichkeit.“

Für Frau und Kinder war die Verwandlung des Vaters und Ehemanns in “Ruth“ nicht leicht zu akzeptieren. 2003 kam nach 42 Jahren Ehe die Scheidung. Besonders der Umgang mit der jüngeren der beiden Töchter sei derzeit schwierig, bedauert die Seniorin. “Das hat aber in erster Linie mit dem Medienrummel zu tun. Die vergangenen Monate waren eine schwierige Zeit für sie“, sagt Ruth Rose. Doch sie wolle nicht aufhören, in der Öffentlichkeit über ihre Situation als Transsexuelle zu sprechen. “Ich bin Sprachrohr für viele Menschen, die das Gleiche erleben, die sich aber nicht trauen, dazu zu stehen.“

Zurzeit freut sich Ruth Rose vor allem über ihren wachsenden Busen. “Er soll etwas kleiner werden als der meiner Schwester, meinten die Ärzte. Ich weiß allerdings gar nicht, welche Körbchengröße sie hatte.“ Die Operation sei vor allem wichtig, “um aufzuräumen.“ Ein Sexleben will sie als Frau nicht führen, in ästhetischer Hinsicht habe sie keine großen Ansprüche. “Schönheitsoperationen lehne ich ab.“ Sie trage auch keine Perücke: “Ich will ich selbst bleiben und so natürlich wie möglich.“

Bierunion und Sexpartei: Die irrsten Parteien Deutschlands

Von 1992 bis 2004 war die "Naturgesetz Partei" in Deutschland aktiv. Sie stützte sich auf die von Guru Maharishi Mahesh Yogi (Bild) propagierte Lehre der übersinnlichen transzendentalen Meditation. Der deutsche Ableger erstattete gegen 1500 Menschen Strafanzeige - darunter auch gegen den ehemaligen Bundeskanzler. Die "Angeklagten" sollten für ihre angebliche Mitschuld an Gesundheitsschäden verantwortet werden, die infolge des Ignorierens der vorgeschlagenen Bewusstseinstheorie der Partei entstanden seien. Die Staatsanwaltschaft wies diese Anzeigen als haltlos zurück. © dpa
Zuerst dachten alle, es sei einfach nur ein Ostfriesen-Witz. Doch schnell wurde nach der Gründungsversammlung 2007 klar, dass Vorstand Arno Rademacher (Bild) ernsthaft seine Partei vertritt. Mittlerweile wurde er von Eike Steinig im Amt abgelöst. Die Friesen setzen sich unter anderem für die Einführung des Plattdeutsch als Pflichtfach an Schulen ein. © dpa
Rente ab 65, alternative Energien und Erhalt von landwirtschaftlichen Betrieben: Die aus dem Senioren-Schutz-Bund entstandenen "Grauen Panther" machten sich für die Interessen junger und älterer Menschen stark. Gegründet wurde die Partei 1989 von Trude Unruh (Bild). Nach Spendenaffären fand die Gruppe am 29. März 2008 ihr Ende. © dpa
Sie galt als erste (feuchtfröhliche) Spaßunion: Die "Deutsche Biertrinker Union" (kurz: DBU). Gegründet wurde sie 1990 in Rostock. Angelehnt an die biblische Redewendung "Schwerter zu Pflugscharen" lautete ihr Motto "Schwerter zu Bierhumpen". Zur ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl 1990 wurde die DBU nicht zugelassen. Danach verlief sie sich im Sande. © dpa
Eigentlich wollte Joachim Driessen nur das Verbot seines pornographisch angehauchten Blattes "St. Pauli Zeitung" verhindern. Doch daraus entstand 1970 die "Deutsche Sex-Partei". Die Mitglieder waren verpflichtet, für die "Liberalisierung des Sexes im näheren und weiteren Umkreis durch Wort und Tat unermüdlich" einzutreten. Durch die Umwandlung der Ostseeküste in FFK-Strände sollte Druck auf die DDR-Führung ausgeübt werden. © dpa
Die rechtspopulistische Kleinpartei "Pro deutsche Mitte - Initiative pro D-Mark" (kurz: "Pro DM") existierte von 1998 bis 2007. Geleitet wurde sie von Euro-Gegner Bolko Hoffmann (r.), der später den ehemaligen Hamburger Innensenator Ronald Schill (l.) ins Boot holte. Die Partei sprach sich nicht nur für eine starke Zuwanderungsbegrenzung aus, sondern auch für die Abschiebung ausländischer Drogendealer in ihr Heimatland. Mit dem Tod des Vorsitzenden Hoffmann starb auch die Partei. © dpa
Sie wollten die Entwicklung kapitalistischer Geschäftsverhältnisse im Keim ersticken: Die marxistische Partei "Die Nelken" gründete sich im Osten Berlins 1990 und schloss sich bald danach mit den "Vereinigten Linken" zusammen. So schnell, wie die Partei entstand, fand sie aber auch ihr Ende. Bereits zwischen 1991 und 1993 begann ihr Zerfall. © dpa

Wenn es mit der Geschlechtsumwandlung tatsächlich klappt, wird Ruth Rose bei der Operation 80 Jahre alt sein. Hat sie keine Angst vor den Risiken? “Ich darf nicht zu dick werden und muss auf meinen Blutdruck achten. Aber zurzeit bin ich bester Gesundheit.“

2000 Pfund (etwa 2400 Euro) wird allein die Operation kosten, die Kosten übernimmt das staatliche britische Gesundheitssystem NHS. Eine Sprecherin der ärztlichen Grundversorgung von East Sussex betonte gegenüber der BBC: “Solche Operation werden erst nach dem Abschluss eines langwierigen Prozesses von Diagnosen und Prüfungen durch Psychiater und andere Ärzte in Erwägung gezogen.“ Wegen seines Alters könne und wolle man niemanden diskriminieren.

Dass die OP der 78-jährigen Transsexuellen mit Steuergeldern finanziert würde, stößt in der britischen Öffentlichkeit allerdings nicht überall auf Akzeptanz. “Solche Kritik bekomme ich immer wieder zu hören“, sagt Ruth Rose. “Aber einem Kettenraucher, der Asthma und Herzprobleme hat, verweigert man schließlich auch nicht die Behandlung, oder?“ Und wie erfolgreich Operationen zur Geschlechtsumwandlung verlaufen können, zeigt eine andere Engländerin: Jackie Green (18), seit zwei Jahren eine Frau, ist gerade ins Halbfinale bei der Wahl zur Miss England vorgedrungen.

Von Jasmin Takim

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