„Es tut mit leid“

Prozess um Gasexplosionen: Geständnis und Reue

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Die Folgen der Gasexplosion auf dem Gelände einer Firma in Harthausen bei Speyer am 30. September 2013: Am Montag haben beide Angeklagte vor Gericht ausgesagt. 

Frankenthal - 17 Verletzte, ein Millionenschaden: Die Gasexplosionen in der Pfalz erregten im vergangenen Jahr Aufsehen. Vor Gericht gibt eine Frau nun ihre Beteiligung an der Tat zu.

Im Prozess um die Gasexplosionen in der Pfalz hat die Mitangeklagte ihre Beteiligung gestanden und sich entschuldigt. Vor dem Landgericht Frankenthal schilderte die 27-Jährige am Montag, wie sie dem Hauptangeklagten in der Nacht zum 28. September 2013 half, ein Feuer auf dem Gelände eines Gashändlers in Harthausen zu legen. Der 40-Jährige habe ihr zuvor gesagt, dass er dort einen Lastwagen anzünden wolle. Dass der mit Gas beladen war, habe er ihr nicht gesagt, versicherte die Frau.

Sie habe dem Mann zwei Kanister mit Benzin über den Zaun gereicht, berichtete die Frau. Erst bei der Flucht im Auto habe sie dann im Rückspiegel etwas leuchten sehen - vermutlich den Feuerschein. „Ich hätte nie gedacht, dass er sowas vorhat - niemals“, beteuerte die 27-Jährige. In einem Brief an den Bürgermeister von Harthausen gibt sie sich eine Mitschuld an der Tat. „Es tut mir leid“, hieß es in dem Schreiben, das die Frau vor Gericht verlas.

Nach Darstellung der Anklage hatte der 40-Jährige, mit dem die Frau zwischenzeitlich liiert war, auf dem Gelände des Flüssiggasversorgers drei Lastwagen angezündet. Es kam zu mehreren Explosionen, 17 Feuerwehrmänner wurden bei den Löscharbeiten verletzt, zahlreiche Häuser beschädigt. Der 3000-Einwohner-Ort bei Speyer wurde sicherheitshalber zeitweilig evakuiert.

Laut Anklage wollte der Mann den auf dem Gelände schlafenden Gashändler und dessen Tochter töten. Die Tochter des Händlers soll seine Ex-Freundin und frühere Geschäftspartnerin gewesen sein. Der Mann, der unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt ist, will nach Angaben seiner Anwälte zunächst nicht aussagen.

dpa

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