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Vater und Sohn finden gigantisches Insekt im Garten: „Bin zuerst in Ehrfurcht erstarrt“

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Ein ungewöhnlicher tierischer Gast sorgte bei einer Schweizer Familie für Aufregung. Ein Experte enthüllt die Identität des Insekts.

Zürich – Die Tier- und Pflanzenwelt hält immer wieder erstaunliche Überraschungen bereit. Nach einem pelzigen Raupen-Fund in Deutschland stieß kürzlich eine Familie in der Schweiz in ihrem Garten auf eine riesige Raupe, die rund fünfzehn Zentimeter lang gewesen sein soll. Der Familienvater wandte sich mit Fotos an eine lokale Zeitung, um seinen Fund publik zu machen. Das Insekt hat zwar durchaus einen gruseligen Namen, ist ansonsten aber ungefährlich.

Der Mann erzählte dem Nachrichtenportal 20 Minuten am Sonntag (4. August): „Ich bin zuerst in Ehrfurcht erstarrt, weil ich keine Ahnung hatte, was das für eine Raupe ist“. Sein Sohn hatte das riesige Insekt im Gras entdeckt und ihn darauf aufmerksam gemacht. Auch der Mann brauchte laut eigener Aussage nicht lange zu suchen: „Die Raupe war kaum zu übersehen.“

Collage: Links die Raupe des Totenkopfschwärmers, rechts der Garten vor einem Einfamilienhaus.
Die Raupe des Totenkopfschwärmers lebt eigentlich in Afrika und im äußersten Süden Europas. ©  Ralph Martin/Imago (li.) // blickwinkel/AGAMI/W. Leurs/Imago

Schweizer Familie findet offenbar die Raupe eines seltenen „Totenkopfschwärmers“ in ihrem Garten

Auf den zwei Fotos, die der Redaktion vorliegen, ist eine auffällig dicke Raupe zu sehen, die durch Gras und Moos krabbelt. Der Körper schimmert in verschiedenen Grüntönen und ist mit einem Muster aus Streifen und Punkten überzogen.

Ein Mitarbeiter der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), vermutete gegenüber der Zeitung, dass es sich um einen „Totenkopfschwärmer“ (Archerontia atropos) handelt. Der Mitarbeiter namens Simon Blaser erklärte, dass dieser Falter in der Schweiz und Deutschland eigentlich nur als Wanderfalter anzutreffen sei.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bestätigt diese Einschätzung: „Heimisch sind sie in Afrika und im äußersten Süden Europas“, so der Verband auf einer Informationsseite zu Totenkopfschwärmern. Im Sommer wandern die Falter Richtung Norden, weshalb in dieser Jahreszeit auch in Mittel- und sogar Nordeuropa immer wieder Funde gemeldet werden.

Experten klären auf: riesige Raupe eigentlich in Afrika zuhause - in Deutschland wird sie nur selten gesichtet

In unseren Breitengraden wird der Falter trotzdem nur selten gesichtet. „Die erwachsenen Falter des Totenkopfschwärmers dringen gelegentlich in Bienenstöcke ein, um dort Honig zu saugen“, ergänzt der NABU. Blaser zufolge legen einige dieser Falter auch in der Schweiz Eier, diese könnten normalerweise aber nicht überwintern. Dass das Tier nun in Raupenform gesichtet wurde, ist deshalb durchaus etwas Besonderes.

Ein ausgewachsener Falter ruht auf einer Baumrinde, die Totenkopfzeichnung ist deutlich zu erkennen.
Ein ausgewachsener Falter ruht auf einer Baumrinde, die Totenkopfzeichnung ist deutlich zu erkennen. © IMAGO / imagebroker

Die Raupe des Totenkopfschwärmers kann entweder Gelb, Grün oder Braun gefärbt sein und wird bis zu 15 Zentimeter lang. Es ist möglich, dass die außergewöhnliche Raupe zuletzt auch in Deutschland gesichtet wurde. Der Falter ist später hingegen meist gelb und schwarz. Ein markantes Merkmal ist das Totenkopf-Muster auf seinem Vorderleib, das ihm seinen Namen gibt. Wenn das Tier als Falter geschlüpft ist, erreicht es laut NABU eine Flügelspannweite von acht bis zwölf Zentimetern. (nz)

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