Glosse: Ein Leben als MILF und DILF muss anstrengend sein

Veronica Ferres und der Pornobegriff: Wollen Mütter MILFs genannt werden?

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Nach Ansicht ihrer Kinder ist sie "die perfekte MILF": Schauspielerin Veronica Ferres gönnt sich nach einigen stressigen Tagen etwas Ruhe, wie sie auf Instagram schreibt. Dabei sieht sie aus wie ein "Superweib", findet der Boulevard.

Schauspielerin Veronica Ferres sorgt mit einem freizügigen Foto und einem Bekenntnis für Aufregung: Ihre Kinder nennen sie eine MILF. Werden wir jetzt alle Porno? Eine Glosse.

Veronica Ferres ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Einst gestand sie einem Reporter: "Mir ist klar, dass ich von einer Hollywood-Karriere so weit entfernt bin wie ein Elefant vom Schlittschuhlaufen." Das ist grundsympathisch und macht uns allen Hoffnung, die wir von Ruhm und Erfolg so weit entfernt sind wie Hannover oder Kassel von Los Angeles. Die Schauspielerin beweist: Man kann sehr wohl zufrieden sein mit seinem Leben, auch wenn man nicht zu den Besten gehört.

Nun verbreitet Ferres noch mehr Hoffnung. Bei Instagram postete die 53-Jährige ein Bild von sich in Dessous im Bett. Ein Fan schrieb: "Sie wird halt immer schöner." Ein anderer: "Eine Inspiration für uns Best-Ager." Für ihre mehr als 40.000 Instagram-Abonnenten ist das Foto der Beweis, dass Menschen auch schöner werden können, je älter sie werden. Wenn man am eigenen Körper hinabschaut, hat man ja eher den gegenteiligen Eindruck.

In der "Bild"-Zeitung, für die das Foto des "Superweibs" fast so wichtig ist wie Horst Seehofers "Mutter aller Probleme", nahm Ferres erneut kein Blatt vor den Mund: "Ich fühle mich rundum geliebt und das macht mich happy und sexy. Ich bin 53 und wie meine Kinder sagen, die perfekte MILF."

Der Beitrag stammt nicht von hna.de, sondern von Itsin TV und der Video-Plattform Glomex.

MILF stammt aus der Pornobranche

Früher träumten Frauen davon, eine gute Mutter zu sein, wenn sie die 40 überschritten haben. Heute ist die Bezeichnung MILF offensichtlich ein erstrebenswerter Titel. Für alle, die davon noch nicht gehört haben: Die vier Buchstaben sind die Abkürzung für "Mom I'd like to fuck" ("Mama, die ich gern ficken würde"). Bekannt wurde der Ausdruck durch die US-Komödie "American Pie" (1999), in der es vor allem um masturbierende Jungs und deren Fantasien ging. Seither zählt MILF zu den beliebtesten Kategorien auf Pornoseiten.

Nach dem ungewöhnlichen Bekenntnis der Ehefrau von Unternehmer Carsten Maschmeyer stellen sich zwei Fragen. Erstens: "Was macht Veronica Ferres für so viel Hotness?", wie die "Bild" überlegte. Die Antwort von Veronica Ferres: „Jeden Morgen Zitronen in lauwarmem Wasser, jeden Morgen fünf Minuten Übungen gleich nach dem Aufstehen! Ich falle praktisch vom Bett auf den Fußboden und beginne mit Liegestützen, Crunches und Squads. Dazu Unmengen grünes Gemüse und Obst und gute Proteine.“ So ein MILF-Leben muss ganz schön anstrengend sein.

MILFs gegen Merkel

Die zweite Frage lautet: Was sagt es aus über eine immer narzisstischer werdende Gesellschaft, wenn deren Mitglieder gern Sexualobjekte wären? Geht es mit Deutschland wirklich bergab, wie uns besorgte Politiker nahelegen wollen? Vielleicht wissen die Satiriker der Partei die Antwort. Die riefen 2011 im Berliner Wahlkampf die Initiative "MILFs gegen Merkel" ins Leben. Außer ein paar Lachern hat das nichts gebracht. Mutti Merkel regiert immer noch. Und die MILF-Königin Ferres gibt Fitnesstipps.

Ein mittelalter und schwuler Bekannter stellte zuletzt bei Facebook die Frage, was DILF bedeute. Als solcher sei er von einem jungen Mann bezeichnet worden. Jemand antwortete, das heiße "Dad I'd like to fuck." Danach war der Bekannte der stolzeste Schwule Deutschlands. Alle, die bislang weder MILF noch DILF genannt wurden, finden übrigens Trost bei Ferres' Ehemann Carsten Maschmeyer. Von dem Hobby-Philosophen stammt der Satz: "Kritik ist ein Geschenk, durch das Sie besser werden, wenn sie es öffnen."

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