Am Landgericht in Göttingen

Prozess wegen Vergewaltigung und Misshandlung - Zeugin zittert bei Aussage am ganzen Leib

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Göttingen: Prozess wegen Vergewaltigung und Misshandlung - Zeugin sagt aus

Prozess in Göttingen: Ein Mann aus Uslar (Niedersachsen) ist angeklagt. Er soll mehrere Frauen misshandelt und vergewaltigt haben.

  • Prozess vor dem Landgericht in Göttingen.
  • Ein Mann aus Uslar ist angeklagt.
  • Er soll auf eine Frau mehrmals gewalttätige Übergriffe verübt haben.

Der Pfingstmontag 2014 ist für die 44-jährige Frau, die am Mittwoch als Zeugin vor dem Landgericht Göttingen aussagt, ein entscheidendes Datum. An diesem Tag verlässt sie eine Wohnung in Uslar, in der sie rund ein Jahr lang mit einem Mann zusammengelebt hat.

Es ist ihr zweiter Fluchtversuch, ohne Geld, ohne ihr Kind. Jemand gibt ihr 20 Euro zum Tanken. Sie fährt zu ihren Eltern. Dort erleidet sie einen Nervenzusammenbruch. Sie kommt in eine Klinik, unterzieht sich einer Therapie, die ihr helfen soll, ihre traumatischen Erlebnisse zu bewältigen. 

Prozess in Göttingen wegen Vergewaltigung: Vernehmung der Zeugen 

Wie tief sich diese Erlebnisse eingebrannt haben, zeigt sich in dem Prozess in Göttingen gegen jenen Mann, vor dem sie vor sechs Jahren geflohen ist: Das Gericht muss die Zeugenvernehmung mehrfach unterbrechen und schließlich ganz abbrechen, weil die 44-Jährige psychisch so überwältigt ist, dass sie nicht weitersprechen kann.

In dem seit Mitte Januar laufenden Prozess in Göttingen muss sich ein 37-jähriger Mann aus Uslar wegen einer jahrelangen Serie von gewalttätigen Übergriffen gegen seine jeweiligen Partnerinnen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, über mehr als zehn Jahre hinweg insgesamt sieben Frauen körperlich verletzt und teilweise auch vergewaltigt zu haben. 

Göttingen: Prozess gegen 37-jährigen Mann - Es geht auch um Kinderpornografie

Außerdem habe er sich kinderpornografische und gewaltdarstellende Dateien verschafft. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Seiner Ansicht nach haben seine Ex-Partnerinnen gegen ihn eine Verschwörung angezettelt und deshalb die Strafanzeigen erstattet.

Die heute 44 Jahre alte Zeugin hatte den Angeklagten Ende 2012 über ein Online-Portal kennengelernt. Der Angeklagte sei sehr aufmerksam, liebenswürdig und charmant gewesen, berichtete die Zeugin. „Ich war geblendet.“

Prozess in Göttingen: Mann soll Frau in den Bauch getreten haben

Da der Mann keine Fernbeziehung wollte und sie so verliebt war, zog sie bald darauf mit ihrem Sohn nach Uslar. Nach Angaben der Zeugin war der Angeklagte da schon einmal gegen sie gewalttätig geworden. Im Verlauf eines Streits habe er ihr sie geschlagen und ihr in den Bauch getreten. Vor Schmerzen habe sie laut geschrien. 

Als kurz darauf die Polizei an der Wohnungstür klingelte, habe der Angeklagte ihr gesagt: „Du sagst nichts, sonst bring ich dich um.“ Eine Polizistin habe sie dann auch auf ihre Verletzungsspuren angesprochen. Daraufhin habe sie gesagt, dass sie sich selbst verletzt habe. Nachdem die Polizei gegangen war, habe der Angeklagte sich entschuldigt und beteuert, so etwas nie wieder zu tun.

Prozess wegen Vergewaltigung in Göttingen: Zeugin zittert am ganzen Leib

Tatsächlich sei alles noch viel schlimmer geworden, nachdem sie in die gemeinsame Wohnung gezogen waren, berichtet die 44-Jährige. Als sie weitere Details schildert, zittert sie am ganzen Leib. Daraufhin wird die Vernehmung abgebrochen.

Von Heidi Niemann

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