Mittelalter-Fund

Mann findet Goldschatz auf Acker - Experten in Niedersachsen begeistert

Eine der Münzen, die ein Mann auf einem Acker in Niedersachsen gefunden hat: Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert.
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Eine der Münzen, die ein Mann auf einem Acker in Niedersachsen gefunden hat: Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert.

Auf einem Acker im Emsland stößt ein Mann auf wertvolle Münzen aus dem Mittelalter. Der Fundort wirft allerdings Fragen auf.

Emsbüren – Im niedersächsischen Emsland hat ein Mann eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Auf einem Acker fand er zunächst eine, dann drei weitere Goldmünzen am Rand eines kleinen Waldes. In den nächsten Wochen und Monaten durchkämmten Fachleute das Gebiet nach weiteren Stücken – und fanden sechs Münzen bis zu 25 Zentimeter tief im Boden.

Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) und das Wissenschaftsministerium stellen den Fund nun in aller Öffentlichkeit vor – und zeigen sich begeistert.

Erstaunlicher Fund in Niedersachsen: Goldmünzen aus dem 14. Jahrhundert

Der Fund sei von „großem landesgeschichtlichem Interesse“, heißt es von den Expertinnen und Experten am Donnerstag (30.09.2021) in Meppen. Dass die Münzen einfach verloren gingen, sei kaum vorstellbar. Jedoch weise im näheren Umkreis des Fundortes auch nichts darauf hin, wer einen solchen Schatz absichtlich verborgen haben könnte. Die meisten Münzen lagen 70 bis 90 Zentimeter voneinander entfernt. Nur eine Münze sei, möglicherweise durch einen Pflug, 18 Meter weit verschleppt worden.

Der Schatz mit zehn wertvollen Goldmünzen soll aus dem 14. Jahrhundert stammen und für seine Zeit einen erheblichen Wert darstellen. Vier Münzen stammen aus Frankreich und wurden ab 1337 geprägt, heißt es. Damals herrschte in Frankreich König Philipp VI. Bei drei dieser Münzen handelt es sich um sogenannte Goldschilde, „Écu d‘or“, auf denen Herrscherwappen abgebildet sind.

Sechs Stücke kommen aus Deutschland, sind ähnlich alt und sind dem gleichen Münztyp zuzuordnen. Sie wurden unter dem deutschen Kaiser Ludwig IV. (1328 bis 1347, „der Bayer“ genannt) hergestellt. Die zehnte Münze, ein „Pavillon d‘or“, stamme wiederum von Philipp VI. und wurde nach 1339 geprägt.

Goldfund im Emsland: „Kulturgut für zukünftige Generationen“

Besonders interessant sei das gemeinsame Vorkommen der deutschen und französischen Münztypen, heißt es weiter. Bekannt sei, dass die deutschen Münzen aus Gold geprägt wurden, das der englische König Edward III. an Ludwig den Bayern zahlte, um dessen Neutralität im Hundertjährigen Krieg (1337 bis 1453) zwischen England und Frankreich zu gewährleisten.

„Wieder einmal fasziniert ein Goldfund in Niedersachsen die Öffentlichkeit“, sagte Björn Thümler, Wissenschaftsminister von Niedersachsen (CDU). „Es ist den Archäologinnen und Archäologen im Landesamt für Denkmalpflege und im Landkreis Emsland zu verdanken, dass hier mit schnellem Handeln wertvolles Kulturgut für zukünftige Generationen und die Wissenschaft bewahrt werden konnte.“ (lrg/dpa/epd)

In Spanien fanden Taucher einen außergewöhnlichen Goldschatz im Meer: Der unglaubliche Fund stammt wohl aus dem 4. oder 5. Jahrhundert.

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