"Gorch Fock" segelt zurück in die Normalität

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Man konnte die "Gorch Fock" bei der Kieler Woche zwar besichtigen, aber bei der traditionellen Windjammerparade bleibt das Schiff im Hafen.  

Kiel - Monatelang hat man die "Gorch Fock" mit dem Tod einer Kadettin in Verbindung gebracht. Auf der Kieler Woche kehrt das Segelschulschiff zwar in die Öffentlichkeit zurück, an der Parade nimmt die "Gorch Fock" aber nicht teil.

Es regnet wie aus Eimern. Dicht gedrängt stehen die Menschen unter den wenigen Unterständen auf dem Segelschulschiff “Gorch Fock“. Aber auch das schlechte Wetter ändert nichts - fast 3000 Menschen sind gekommen, um das Segelschiff bei den “Open Ship“-Tagen der Kieler Woche zu besichtigen. Regenschirm und Cape helfen, um die nasse Dusche von oben erträglicher zu machen.

Die “Gorch Fock“ liegt während der Kieler Woche am Hafen des Marinestützpunkts in Kiel - und wird auch während der traditionellen Windjammerparade am nächsten Samstag hier bleiben. Der Parade fehlt damit das traditionelle Flaggschiff, zum vierten Mal in den vergangenen zehn Jahren. Stattdessen übernimmt die “Alexander von Humboldt“ die Führung der Windjammerparade, die rund 100 Groß- und Traditionssegler vereinen wird.

Nach der Affäre um den Tod einer Kadettin auf dem Schiff präsentierte sich die “Gorch Fock“ erstmals wieder der Öffentlichkeit. Die junge Frau war im vergangenen November bei einer Übung aus der Takelage des Segelschulschiffs gestürzt. Der Unfall löste eine weitreichende Affäre um das Aushängeschild der Marine aus. Die Staatsanwaltschaft Kiel gab zwar bekannt, dass es keine strafrechtlichen Konsequenzen geben wird - aber die Affäre um den Dreimaster ist damit noch nicht vollständig aufgeklärt.

Die “Gorch Fock“ war am Samstag der unumstrittene Hingucker bei den “Open Ship“-Tagen am Marinestützpunkt. Überall wird über das Schiff diskutiert. Ist es richtig, es bei der Parade nicht mitfahren zu lassen? Vor allem bei vielen Kielern herrscht Ärger über die Entscheidung - aber es gibt auch Verständnis.

“Ich verstehe die Entscheidung nicht und finde das auch sehr schade“, sagt Britta Möhrke aus Kiel. “Die “Gorch Fock“ gehört einfach dazu, die ist immer bei der Parade mitgefahren.“ Mit ihren Kindern und ihrem Mann ist sie extra zum Marinestützpunkt gekommen, um das Segelschulschiff zu besichtigen. “Das ist schon gigantisch das Teil“, sagt sie. Und auch die Kinder sind begeistert. “Das ist ganz schön groß, das ist echt cool“, finden sie.

Eine Besucherin aus Hamburg hat dagegen vollstes Verständnis für die Entscheidung, die “Gorch Fock“ am Kai zu lassen. “Ich finde das richtig, dass sie nicht teilnimmt“, sagt sie. “Aus solchen Vorfällen muss man Konsequenzen ziehen.“ Aber auch bei allem Verständnis sind sich die Besucher in einem einig: Im nächsten Jahr soll die “Gorch Fock“ die Windjammerparade unbedingt wieder anführen.

dpa

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