Bundesweite Gesundheitsstudie mit 200 000 Teilnehmern

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Aufnahmen eines Bodyscanners: In einer bundesweiten Langzeitstudie werden rund 200 000 Menschen untersucht. Foto: Waltraud Grubitzsch/Archiv

Essen (dpa) - Für eine bundesweite Langzeit-Studie zu chronischen Krankheiten werden in den kommenden Jahren 200 000 Männer und Frauen untersucht und befragt.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) gab am Montag in Essen den offiziellen Startschuss für die nach Ministeriumsangaben größte Gesundheitsstudie in Deutschland. Bund und Länder wollen erforschen lassen, welche Risikofaktoren und Ursachen es für Krebs, Demenz, Depression, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt. Die "Nationale Kohorte", wie die Studie genannt wird, biete die Chance auf "einen enormen Wissensschub im Kampf gegen Volkskrankheiten", sagte Wanka am Montag in Essen.

Per Zufallsstichprobe werden Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 69 Jahren ausgewählt. Stimmen sie der Teilnahme zu, steht eine erste Untersuchung in einem der 18 bundesweiten Studienzentren an. Tausende Probanden seien bereits dem Aufruf gefolgt. Die Mediziner nehmen etwa Blut- und DNA-Proben von den Teilnehmern, befragen sie zu ihren Lebensumständen und testen ihre Lungen- und Herz-Kreislauf-Funktionen. Ein Fünftel der Teilnehmer wird zusätzlich im Kernspin-Tomographen durchgecheckt. Nach vier Jahren sollen die Untersuchungen wiederholt und mit gespeicherten Proben abgeglichen werden.

Die Forscher wollen so herausfinden, welche Faktoren Krankheiten begünstigen können und wie Herkunft und Status sich auf die Gesundheit auswirken. "Fast alle großen Volkskrankheiten werden heute eigentlich erst diagnostiziert, wenn es schon zu spät ist", sagte Otmar Wiestler aus dem Vorstand der Helmholtz-Gemeinschaft. Die Nationale Kohorte könne einen Beitrag leisten, frühzeitig Risiken zu erkennen und Früherkennungsmethoden zu verbessern.

Die Finanzierung der Kohorte ist zunächst für zehn Jahre gesichert: Bund, Länder und die Helmholtz-Gemeinschaft beteiligen sich mit insgesamt 210 Millionen Euro, rund 60 Millionen bringen die Forschungseinrichtungen selbst auf. Es ist vorgesehen, die Studie bis ins Jahr 2042 fortzusetzen.

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