Auch Rabbis geprellt

Großbetrug mit koscherem Fleisch - Geschäftsleute ergaunerten 500.000 Euro

Frankfurt. Sie sollen nicht koscheres Fleisch falsch etikettiert und für insgesamt rund 500.000 Euro verkauft haben: Zwei Geschäftsleute stehen wegen des großangelegten Betrugs seit Mittwoch vor dem Landgericht in Frankfurt. Auch Kontrolleure wurden getäuscht getäuscht.

Die Anklage legt dem 48-jährigen Kaufmann und dem 56 Jahre alten Metzger zur Last, das Fleisch an Hunderte von Kunden ihres Spezialgeschäfts als koscher verkauft zu haben - obwohl es aus herkömmlicher Schlachtung gestammt habe. Für die Waren haben die Kunden insgesamt rund 500.000 Euro bezahlt.

Der Staatsanwaltschaft zufolge täuschten die Unternehmer auch den vom jüdischen Rabbinat eingesetzten Fleischkontrolleur, dem sie nur die Kaufunterlagen über das in der Schweiz, Frankreich und Belgien erworbene tatsächlich koschere Fleisch gezeigt hätten. Solche Ware muss nach den traditionellen jüdischen Regeln strengen Vorschriften genügen.

Hintergrund für den Betrug sollen die hohen Importkosten für koscheres Fleisch gewesen sein, das in Deutschland aus tierschutzrechtlichen Gründen wegen der besonderen Schlachtmethode nicht in größerem Umfang hergestellt werden darf. Am ersten Verhandlungstag kündigten die Angeklagten an, sich in der kommenden Woche zu den Vorwürfen zu äußern. (dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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