Großfeuer setzt Asbeststaub frei: Aufräumen in Duisburg

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Feuerwehrmänner reinigen Autos: Nach dem Brand in einer Lagerhalle ist eine Rauchwolke mit Asbeststaub über die Stadt gezogen. Foto: Marcel Kusch

Duisburg (dpa) - Ein Großbrand hat Teile von Duisburg mit gefährlichem Asbeststaub überzogen. Die Polizei sperrte daraufhin am Samstag im Umkreis von 500 Metern Straßen und Parkplätze stundenlang ab.

An einer provisorischen Schleuse zum betroffenen Gewerbegebiet spritzen Feuerwehrleute rund 700 Fahrzeuge mit Wasser ab. Messungen hatten ergeben, dass der in den frühen Morgenstunden niedergegangene Ruß Asbeststaub enthält. Am Sonntag suchten 50 Reinigungsspezialisten einer Firma das Areal ab. Die Mitarbeiter sollen asbestverseuchte Trümmer entsorgen und den Boden reinigen, sagte ein Polizeisprecher.

Solange die Reinigungsmaßnahmen andauern, sollten Menschen in dem betroffenen Gebiet ihre Schuhe nach dem Aufenthalt im Freien sicherheitshalber sorgfältig reinigen, empfahl die Stadt Duisburg auf ihrer Internetseite zur Situation am Sonntag. "Eine Gefährdung durch Aufnahme über die Luft ist nach wie vor ausgeschlossen", hieß es.

Die Feuerwehr spritzte am Samstag auch Straßen und Fußwege im Umkreis der ausgebrannten Lagerhalle ab, um den Asbeststaub wegzuspülen. Es handelt sich nach Erkenntnissen der Stadt um feinfaseriges Asbest, das in kleinen Stücken verwirbelt worden sei. Solange diese Stücke nicht berührt oder bewegt würden, bestehe keine Gefahr. In dem betroffenen Gebiet gibt es 340 Wohnungen und 60 Gewerbebetriebe, außerdem ein Einkaufszentrum, einen Kindergarten, eine Sporthalle, einen öffentlicher Bolzplatz sowie Schrebergärten.

Das Feuer in der Lagerhalle war in der Nacht zu Samstag ausgebrochen. Nach Angaben der Polizei schlugen die Flammen meterhoch aus der Halle, Verpuffungen waren zu hören. Eine Rauchwolke sei über den Rhein bis zur Innenstadt gezogen. Ein Brandsachverständiger untersuchte am Sonntag, warum das Feuer in der Halle ausbrach.

Nach ersten Messungen der Feuerwehr hatte die Polizei am Samstag zunächst angenommen, dass keine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung bestehe. Nachdem der Brand gelöscht war, entdeckten Fachleute von Feuerwehr und Umweltamt den Asbest im Hallendach. Erneute Messungen hätten dann im niedergegangenen Ruß Asbeststaub nachgewiesen. In der Halle waren ein Reptilienhandel, eine Computerfirma, ein Lebensmittelhandel und eine Kunststofffirma untergebracht.

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