"Meine Liebe galt der Kalaschnikow"

Waffenliebe endet mit SEK-Einsatz - Haft

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April 2012: Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei verlassen in Siegen den Einsatzort.

Siegen - Ein schwer bewaffneter 28-Jähriger sorgte im April für einen spektakulären SEK-Einsatz in Siegen - nun wurde der Waffennarr zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Drei Jahre und drei Monate muss er nun in Haft. Das Schöffengericht in Siegen befand ihn am Freitag unter anderem wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffengesetz für schuldig.

Der Mann, der als Auto-Gebrauchtteile-Verkäufer arbeitet, sollte im April an seiner Arbeitsstelle von Polizisten befragt werden. Er stand im Verdacht, 60 Schuss Munition verkauft zu haben. Als die Beamten sich an der Arbeitsstelle auswiesen, zog der 28-Jährige eine Pistole. Die Polizisten gingen in Deckung und zogen ihre Waffen.

Sie hielten den Mann für äußerst gefährlich: „Er ging sehr ruhig und souverän mit der Waffe um." Besondere Vorsicht war geboten, denn in dem Verkaufsraum waren noch Mitarbeiter, Kunden und auch eine Frau mit einem Kind.

„Dass die Situation nicht eskalierte, liegt am besonnenen Verhalten der Beamten“, sagte auch der Anwalt des Mannes. Der 28-Jährige flüchtete dann von der Arbeitsstelle in seine Wohnung, raffte seine Pistolen und Gewehre zusammen und wollte weiter fliehen.

„Da war die Polizei schon da, und ich habe einen Schuss in die Luft abgegeben, um sie auf Abstand zu halten“, sagte er vor Gericht

Verletzt worden war bei dem Einsatz niemand. „Der einzige Geschädigte ist der Angeklagte selbst“, sagte sein Anwalt. „Er hat sich um seine Freiheit gebracht.“

Der Mann, der als Einzelgänger gilt, sagte vor Gericht: „Meine Liebe galt der Kalaschnikow.“ Ein Teil der Waffen waren von dem 28-Jährigen scharf gemachte Deko-Stücke. Die Munition und die Handgranate stammten vom Schwarzmarkt.

dpa

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