Viele noch vermisst

Schweres Erdbeben erschüttert Haiti: Zahl der Todesopfer steigt - Nachbeben halten Region in Atem

Das karibische Land Haiti wurde am Samstagmorgen von einem Erdbeben erschüttert. Die USA haben jetzt Experten auf die Insel geschickt. News-Ticker.

  • Am Samstagmorgen gab es ein schweres Erdbeben mit vielen Opfern in Haiti (siehe Erstmeldung).
  • Mittlerweile soll es mindestens 227 Todesopfer geben (siehe Update vom 14. August, 21.40 Uhr).
  • USA sichern Haiti ihre Hilfe zu (siehe Update vom 14. August, 21.40 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Update vom 15. August, 17.30 Uhr: x

Schweres Erdbeben erschüttert Haiti: Zahl der Todesopfer steigt - Nachbeben halten Region in Atem

Update vom 14. August, 21.40 Uhr: Die Erde kommt auf Haiti nicht zur Ruhe. Immer wieder wird das Land von Nachbeben erschüttert. Nachdem ursprünglich ein Beben der Stärke 7,2 viele Gebäude zerstört Menschenleben gefordert hatte, gab es nach Angaben der US-Behörde USGS mehrfach Nachbeben der Stärke 5,2.

Die USA* verfolgen die Erdbeben auf Haiti nicht nur genau, sie schicken auch Hilfe in das arme und stark gebeutelte Land. „Unsere Experten sind bereits vor Ort, um Schäden und Bedürfnisse zu bewerten“, schrieb die Leiterin der US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe USAID, Samantha Powers, am Samstag auf Twitter. Man wolle nun schnell reagieren. US-Präsident Joe Biden sei über die Situation in Haiti informiert worden und habe darum gebeten, dass USAID die US-Reaktion koordiniere.

Die Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf mindestens 227 gestiegen. Hunderte weitere Menschen würden noch vermisst oder seien verletzt, teilte der Zivilschutz laut AFP am Samstag mit.

Todesopfer nach schwerem Erdbeben in Haiti

Update vom 14. August, 19.53 Uhr: Der Zivilschutz Haitis hat laut Haitian Press Network bestätigt, dass es 29 Todesopfer gibt. Demnach starben 17 Menschen im südwestlichen Department Grand-Anse Südwesten und zwölf im Department Sud. Unter den Toten befand sich auch der ehemalige Senator Jean Gabriel Fortuné, der laut Gazette Haiti in der Stadt Cayes unter den Trümmern seines Hotels begraben wurde. Interims-Premierminister Ariel Henry bezeichnete die Situation auf Twitter als „dramatisch“ und kündigte an, dass die Regierung den Notstand ausrufen werde. 

Die Herz-Jesu-Kirche ist nach einem Erdbeben beschädigt. Bei einem schweren Erdbeben auf Haiti sind am Samstag mehrere Menschen ums Leben gekommen.

Erbeben in Haiti: Katastrophenschutzchef geht von 29 Toten aus

Update vom 14. August, 19.14 Uhr: Der Katastrophenschutzchef Jerry Chandler teilte jetzt mit, dass mit mindestens 29 Todesopfern zu rechnen sei. Das Epizentrum des Bebens lag laut US-Behörde USGS rund 160 Kilometer südwestlich der dicht besiedelten Hauptstadt Port-au-Prince. 

Update vom 14. August, 18.36 Uhr: Noch immer ist die Lage in Haiti undurchsichtig. Aber viele öffentliche Medien in Haiti berichten von mehreren Toten und Verletzten nach dem schweren Erdbeben am Samstagmorgen. Das Portal Gazette Haiti berichtete am Samstagnachmittag von mindestens fünf Toten, darunter zwei Kinder im Alter von sieben und neun Jahren in der Stadt Aquin, und vielen Verletzten. 

Erdbeben in Haiti: Krankenhäuser sind überlastet

Ein Augenzeuge aus Les Cayes im Südwesten der Insel berichtete dem Haiti Press Network zufolge von eingestürzten Häusern und Hotels und dass Menschen unter den Trümmern begraben wurden. Bewohner des Departments Nippes, in dem das Epizentrum des Bebens lag, sendeten laut Gazette einen SOS-Ruf an die Behörden, weil die Krankenhäuser überlastet seien.

Dass Krankenhäuser am Limit seien, berichtet auch Annalisa Lombardo, die Landesdirektorin der Welthungerhilfe. Es gebe noch keine offiziellen Angaben dazu, aber damit könne man rechnen, sagte Lombardo am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Das Krankenhaus werde offenbar von der Anzahl Verletzter überwältigt. Man versuche noch, in Erfahrung zu bringen, wie viele Menschen betroffen seien.

Erbeben in Haiti: Versorgung der Opfer wird schwierig

Lombardo selbst war während des Bebens, das gegen 8.30 Uhr Ortszeit stattgefunden haben soll, in der Hauptstadt Port-au-Prince. Die Wände ihres Hauses hätten stark gewackelt, in der Nachbarschaft habe sie Menschen schreien hören. Die Erinnerung an das schwere Beben von 2010, in dessen Zentrum Port-au-Princ stand, sei noch sehr frisch. Eingestürzte Gebäude soll es dort aber nicht gegeben haben. Auch der Norden des Landes soll weitestgehend verschont geblieben sein, man habe dort aber das Erdbeben noch gespürt, heißt es.

Die Hilfsorganisation versucht jetzt, mehr Informationen zu bekommen und in die betroffenen Gebiete vordringen zu können. Sie versuche, Informationen zu bekommen, um die Lage vor Ort besser zu verstehen. Sie müssten sicherstellen, dass die Betroffenen in den ersten 24 Stunden mit dem Wichtigsten - Wasser, Nahrung, Obdach - versorgt würden. „Wir konzentrieren uns auf die Menschen, die ihr zu Hause verloren haben“, sagte Lombardo. Im Gesundheitsbereich arbeite die Welthungerhilfe nicht. Die Versorgung könnte sich jedoch als schwierig herausstellen. Eine Brücke in das Gebiet soll zerstört worden sein. Außerdem beschießen Gangs außerhalb von Port-au-Prince vorbeifahrende Autos. „Das ist exakt die Definition einer komplexen Krise.“

Erdbeben erschüttert Haiti: US-Behörde ruft Alarmstufe Rot bezüglich Todesopfer aus

Erstmeldung vom 14. August, 16.25 Uhr: Saint-Louis-du-Sud - Der karibische Inselstaat Haiti* wurde am Samstagvormittag von einem schweren Erdbeben erschüttert. Die US-Behörde USGS gab die Stärke des Bebens mit 7,2 an.

Nach ersten Angaben der Behörden sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Eine genauere Zahl der Todesopfer liege zunächst nicht vor, sagte Katastrophenschutzchef Jerry Chandler am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Der nationale Krisenstab sei aktiviert. USGS hält eine hohe Opferzahl laut dpa für möglich. Sie rief am Samstag Alarmstufe Rot mit Blick auf mögliche Todesopfer aus. Die Behörde verwies außerdem auf das verheerende Erdbeben, dass sich im Jahr 2010 auf Haiti ereignet hatte. Das aktuelle Beben habe dieselbe Halbinsel Haitis erschüttert.

Erdbeben in Haiti: Stärke wird mit 7,2 auf der Richter-Skala angegeben

Das Epizentrum des Bebens von Samstag war im Süden Haitis. Auch in der Dominikanischen Republik*, die sich die Insel Hispaniola mit Haiti teilt, war das mit 7,2 auf der Richter-Skala angegebene Erdbeben zu spüren. Laut der dominikanischen Zeitung Diaro Libre brach dort Panik in der Bevölkerung aus.

Wie auf ersten Videos im Internet aus der Region zu sehen ist, wurden in verschiedenen Orten Wohnhäuser, Kirchen und Schulen beschädigt. Außerdem gaben die Behörden eine Tsunami-Warnung aus, die mittlerweile wieder aufgehoben ist. Der Nationale Wetterdienst der USA riet den Menschen am Samstag laut dpa aber, weiterhin vorsichtig zu bleiben. In den Küstengebieten in der Nähe des Erdbebens könnte es weiterhin geringfügige Schwankungen des Meeresspiegels von bis zu 30 Zentimetern geben, hieß es weiter.

Erdbeben 2010 in Haiti: Mehr als 200.000 Menschen starben

Das karibische Land wird immer wieder von Erdbeben erschüttert. Im Jahr 2010 verursachte ein Beben erhebliche Schäden. Mehr als 200.000 Menschen verloren damals ihr Leben. 300.000 wurden verletzt. Rund 1,5 Millionen Einwohner verloren ihr Zuhause. (tel/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Delot Jean/dpa

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