US-Evakuierungsflüge aus Haiti gehen weiter

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Schwerverletzte Opfer des Erdbebens auf Haiti werden wieder in die USA geflogen, wo sie in Krankenhäusern behandelt werden.

Washington/Port-au-Prince - Schwer verletzte haitianische Erdbebenopfer können darauf hoffen, wieder zur Behandlung in die USA geflogen zu werden. Die Flüge wurden zuvor aus finanziellen Gründen ausgesetzt.

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Ein Sprecher des Weißen Hauses teilte am Sonntag in Washington mit, die USA wollten die ausgesetzten Evakuationsflüge aus Port-au-Prince wieder aufnehmen. Unterdessen startete das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen am Sonntag einen neuen Versuch, in einer großangelegten Aktion Lebensmittel zu den Not leidenden Haitianern zu bringen. Soldaten der UN-Mission MINUSTAH, der US-Armee und haitianische Polizisten überwachten die Verteilung. Zunächst wurden keine gewaltsamen Zwischenfälle bekannt. Nach jüngsten Schätzungen sind bei dem Beben am 12. Januar 180 000 Menschen getötet und etwa 200 000 verletzt worden.

Die Flüge nach Florida waren am Mittwoch ausgesetzt worden, weil die Finanzierung der Behandlung der Verletzten nicht geklärt war. Zuvor hatte sich der Gouverneur des US-Staates, Charlie Crist, bei der Regierung in Washington darüber beklagt, dass die Krankenhäuser an die Grenze der Belastbarkeit geraten seien. Crist forderte außerdem die Freigabe von Bundesmitteln, zusätzliches Personal und Evakuierungsflüge auch in andere US-Staaten.

An der Verteilungsaktion des WFP sind mehrere internationale Hilfsorganisationen beteiligt, die seit gut zwei Wochen versuchen, Lebensmittel auszugeben, ohne Gewalt auszulösen. Erneut werden die 25-Kilo-Säcke mit Reis vor allem an Frauen verteilt. Die Empfänger der Hilfe mussten sich durch einen Gutschein ausweisen. Im Stadtteil Petionville kam es zu lautstarken Protesten von Erdbebengeschädigten, die keinen Gutschein erhalten hatten. Bewaffnete Sicherheitskräfte hielten eine Menschenmenge hinter einer Barriere zurück.

Der WFP richtet 16 feste Verteilstellen in Port-au-Prince ein. In den kommenden beiden Wochen sollen auf diese Weise zwei Millionen Menschen mit Lebensmitteln versorgt werden. Die haitianische Regierung hat das Weiterverkaufen von Lebensmittelhilfe für illegal erklärt. Viele Haitianer kritisieren den Einsatz der zahlreichen Sicherheitskräfte bei der Verteilung, weil sie Unruhe bei den Wartenden provozierten.

Bei früheren Aktionen nach dem Erdbeben war es mehrfach zu Ausschreitungen bei der Verteilung von Lebensmitteln gekommen. Die Sicherheitskräfte hatten in die Luft geschossen, um die Menge einzuschüchtern. Es gibt jedoch auch Gegenbeispiele. Das dominikanische Rote Kreuz bringt Lebensmittel in kleinen Einheiten zu den Menschen. Und der Inhaber einer Pizzeria verteilt seit mehr als zwei Wochen Lebensmittel an Bedürftige in seinem Stadtteil. Obwohl keine Sicherheitskräfte im Einsatz sind, ist es dort bislang noch nicht zu Rangeleien gekommen.

dpa

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