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Hamburger Rapper flext Bügel für Obdachlose ab – „Geht nur um Vertreibung“

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Hamburger Rapper Disarstar ist bekannt für seine linke Haltung. Jetzt schritt er selbst im Einsatz für Obdachlose auf dem Kiez in Aktion.

Hamburg – Der Hamburger Rapper Disarstar konnte mit seinem letzten Album „Deutscher Oktober“ erstmals die Top 10 der Deutschen Charts erreichen (#5, 03/2021). Nicht erst der Albumtitel – eine Anspielung auf die geplante kommunistische Revolution im Jahr 1923 in Deutschland – unterstreicht die politischen Ansichten des Rappers Disarstar, die er nicht nur in seiner Musik, sondern auch Abseits seines künstlerischen Schaffens immer wieder zum Ausdruck bringt.

Name des Künstlers:Disarstar
Herkunft:Hamburg-St. Pauli
Aktiv seit:mindestens 2010
Studioalben:5

Hamburger Rapper Disarstar schreitet im Einsatz für Obdachlose auf St. Pauli zur Tat

Etwa in seinem Engagement für Obdachlose in Hamburg. Wiederholt hatte Disarstar in der Vergangenheit Hilfen für Obdachlose gefordert; von denen es in Hamburg die Rekordzahl von 19.000 Menschen geben soll. Am Wochenende schritt der Musiker nun selbst zur Tat, wie 24hamburg.de berichtet: Ausgerüstet mit einer Flex und begleitet von einem Kamerateam machte sich der Musiker an, Barrieren nahe des Empire Riverside Hotel in Hamburg-St. Pauli zu schaffen, deren Zweck es ist, Obdachlosen das Schlafen an diesem Ort unmöglich zu machen.

„Ich sehe mich als Antikapitalist, Antiimperialist und Antifaschist.“

Disarstar über sich selbst

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Disarstar: „Man gönnt den Obdachlosen nicht mal den Dreck unter ihren Fingernägeln“

Der Hamburger Rapper Disarstar beim Zersägen von Defensiver Architektur und mit einem Mikrofon
„Nicht mal das Mindeste“: Der Rapper zersägt Defensive Architektur in Hamburg, um auf die Situation der Obdachlosen aufmerksam zu machen. © Disarstar/YouTube/Michael Reimers/imago/Montage

Nach wenigen Minuten hatte Disarstar an der Stelle, an der zuvor die Metalbügeln Obdachlose am Hinlegen gehindert hatten, eine mit Matratze und Polstern notdürftig ausgestattete Schlafstätte errichtet, versehen mit den Worten „Nicht mal das Mindeste“, die der Musiker auf den Beton daneben sprühte. Diese Aktion, mit der er auf den Umgang mit Obdachlosen aufmerksam machen wollte, sei eben genau das: Nicht mal das mindeste, für die Menschen, denen viele „nicht mal den Dreck unter ihren Fingernägeln“ gönne, wie der Rapper in dem Video sagt.

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Rapper Disarstar kritisiert von Investoren und Touristen getriebene Politik auf St. Pauli

„Ich wohne seit über 10 Jahren auf St. Pauli und beobachte alleine nur in dieser Zeit die massive investoren- und touristenfreundliche Aufschickung des Stadtteils, die den Obdachlosen immer weniger Platz einräumt“, kritisiert der Musiker die Maßnahmen, die dafür sorgen sollen, die Bügel und andere Maßnahmen, die zum Ziel haben, Wohnungslose Menschen zugunsten von Investoren und Touristen aus dem Stadtbild zu verdrängen – als gebe es sie nicht.

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Empire Riverside Hotel: Stellungnahme zu Aktion von Rapper Disarstar erbeten

Die Verantwortlichen des Empire Riverside Hotels dürfte die Aktion des Rappers kaum erfreut haben. Zwar wird das Hotel nicht namentlich genannt, mindestens St. Paulianer dürften jedoch erkennen, um welches Hotel es sich handelt. Zudem taucht der Name des Hauses unter anderem in dem Text zum Video auf, den das Straßenmagazin Hinz&Kunzt veröffentlicht hat. Ob die Bügel im Wissen der Betreiber angebracht wurden und sich die Verantwortlichen des Empire Riverside Hotels rechtliche Schritte gegenüber dem Musiker vorbehalten, hat 24hamburg.de in einer Anfrage wissen wollen. Eine Antwort steht zurzeit noch aus.

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