Andere Muttersprachen tabu

„Alle fanden den Vorschlag gut“: 10 Cent Strafe, wenn Schüler kein Deutsch sprechen

Lehrer steht an der Tafel im Klassenzimmer
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Wer kein Deutsch spricht, muss 10 Cent Strafe zahlen. Intergrations-Klasse (Symbolfoto) führt strenge Regeln ein.

Jugendliche zahlen an einem Gymnasium in Hamburg Strafe, wenn sie im Unterricht kein Deutsch sprechen. Nun äußert sich ein Sprecher der Schulbehörde.

Hamburg – Wer Griechisch, Türkisch, Ukrainisch, Arabisch, Russisch oder Polnisch spricht, muss 10 Cent zahlen. Dieser „Strafzoll“ wird am Louise-Weiss-Gymnasium im Hamburger Stadtteil Hamm fällig. Diese Methode soll beim Deutsch lernen helfen. Die eigene Muttersprache – außer eben Deutsch – ist damit tabu.

Kinder aus zwei Integrationsklassen legten sich selbst diesen „Strafzoll“ auf, wie die Bild berichtet. Bei den internationalen Vorbereitungsklassen (IKV) lernen Schülerinnen und Schüler aus dem Ausland. Der Unterricht soll die Jugendlichen und Kinder auf den Besuch einer Regelklasse vorbereiten.

10 Cent Strafe, wer kein Deutsch spricht – „Alle fanden den Vorschlag gut“

Der Vorschlag sei von den Schülern selbst gekommen, bestätigte demnach ein Sprecher der Schulbehörde auf Anfrage auch von anderen Medien. „Alle fanden den Vorschlag gut.“

Offenbar habe das Sprechen in der Landessprache in den zwei IVK-Klassen so überhandgenommen, dass ein guter Deutschunterricht nicht mehr möglich gewesen sei. Um das Problem in den Griff zu bekommen, sprachen die Lehrkräfte darüber mit den Jugendlichen. „Der Vorschlag, das ‚Abgleiten‘ in die Landessprache mit 10 Cent zu belegen, kam von den Schülerinnen und Schülern selbst. Alle fanden den Vorschlag gut“, so der Sprecher.

Hamburg: Ausländische Schülerinnen und Schüler haben sich „Strafe“ selbst ausgedacht

Über den „Strafzoll“ sagte Schulleiter Sven Kertelhein der Bild: „Uns ist wichtig zu vermitteln, woher Regeln kommen. Dann zu entwickeln: Was soll geschehen, wenn sie jemand verletzt? Regeln wollen wir nicht zwingend vorgeben, sondern mit Schülern erstellen, sie müssen akzeptiert werden. Wenn die Summe höher gelegen hätte, z. B. bei 5 Euro, wären wir natürlich eingeschritten.“

Mit dem Straf-Geld wollten die Schülerinnen und Schüler zum Schulende gemeinsam Essen gehen. Doch es seien nur drei Euro zusammengekommen, heißt es. Zu wenig für ein Eis für alle. Allerdings sei die Aktion inzwischen beendet worden. (ml)

Die Eltern einer Grundschulklasse in der Schweiz sind entsetzt: Eine Lehrerin soll ihre Erstklässler mit einer Windel-Strafe gedemütigt haben.

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