Flüchtlingsunterkunft in Hamburg

Feuer-Drama: Polizei geht von Brandstiftung aus

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Eine Mutter und ihre zwei Jungen sind bei einem Hausbrand in Hamburg ums Leben gekommen. Anwohner gedenken den Toten.

Hamburg - Nach dem tödlichen Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Hamburg geht die Polizei von Brandstiftung aus. Was genau passiert ist, bleibt aber zunächst unklar.

Nach der vermuteten Brandstiftung in einer Flüchtlingsunterkunft in Hamburg mit drei Toten versuchen die Ermittler mit Hochdruck, die Hintergründe zu klären. Bisher gebe es keinerlei Hinweise auf ein fremdenfeindliches Motiv, hieß es am Freitag bei der Polizei. In den Flammen waren am Mittwochabend im Stadtteil Altona eine 33-Jährige aus Pakistan und ihre beiden sechs und sieben Jahre alten Söhne ums Leben gekommen. Der Tod der Flüchtlingsfamilie sorgte in Hamburg für Erschütterung und Anteilnahme. Viele Menschen gedachten der Opfer und legten Blumen nieder.

Ein Kinderwagen im Eingang des Mehrfamilienhauses war nach ersten Erkenntnissen angezündet worden. Das Feuer sprang dann wohl auf einen Stromverteilerkasten über. Wer den Brand gelegt haben könnte, blieb zunächst unklar.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Brandstiftung mit Todesfolge

Die Ermittler gingen auch am Freitag noch zahlreichen Zeugenaussagen nach. Die Polizei hatte am Donnerstag rund um die Unterkunft Plakate aufgehängt und dazu aufgerufen, verdächtige Beobachtungen zu melden. Am Brandort sichergestellte Gegenstände wurden kriminaltechnisch untersucht. Auch die Elektrik des Hauses wurde überprüft. Die Brand-Experten des Landeskriminalamts wollten einen technischen Defekt als Ursache des Feuers noch nicht restlos ausschließen.

Eine Sonderkommission mit zehn Beamten arbeitet an dem Fall. Auch der Staatsschutz ist dort vertreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Brandstiftung mit Todesfolge gegen unbekannt.

Die Familie aus Pakistan lebte seit 2002 in Hamburg, sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs „Fördern & Wohnen“. Die Eltern und die beiden Kinder hätten eine Duldung gehabt. Der Vater war während des Brandes nicht zu Hause, er war erst bei den Löscharbeiten zurückgekehrt. Er wurde psychologisch betreut.

„Dieser Tod erschüttert die Stadt“

Die anderen Bewohner des Mehrfamilienhauses - insgesamt hatten dort 46 Menschen gelebt - konnten nach Darstellung der Sprecherin alle untergebracht werden. Wann die Bewohner in die Unterkunft zurückkehren können, sei völlig offen.

Die Beauftragte für Menschenrechte, Flucht und Migration der Nordelbischen Kirche, Fanny Dethloff, gedachte am Freitag gemeinsam mit anderen der Toten. „Wir haben unsere Sprachlosigkeit ausgedrückt“, sagte Dethloff. „Dieser Tod erschüttert die Stadt.“ Menschen legten Blumen und Stofftiere vor die Unterkunft.

Die Organisation Pro Asyl zeigte sich erschüttert über den Tod der Flüchtlingsfamilie. Dass Brandstiftung vermutet werde, erfülle Pro Asyl mit großer Trauer und Anteilnahme „und mit Besorgnis um die Sicherheit von Flüchtlingen und Migranten in Deutschland“.

dpa

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