5000 Teilnehmer erwartet

Hannover wappnet sich für Hooligan-Demo

+
Demonstranten laufen am 26.10.2014 in Köln während einer Demonstration von Hooligans bei der Aktion "Gemeinsam gegen Salafismus" durch die Innenstadt.

Hannover. Rund 5000 Hooligans und Rechtsextreme dürfen in Hannover am Samstag gegen Islamismus demonstrieren. Die Polizei befürchtet Gewalt. Die Stadt bereitet sich vor: Hotels verbarrikadieren ihre Fassaden, Läden treffen Sicherheitsmaßnahmen. Die meisten Menschen bleiben aber gelassen.

Zerstörte Ladenlokale und beschädigtes Mobiliar prägten die Bilder der letzten Hooligan-Demo Ende Oktober in Köln. Es kam zu massiven Krawallen. Szenen, die auch den Betreibern von Hotels und Geschäften rund um den Zentralen Omnibusbahnhof in Hannover bekannt sind. Dort werden an diesem Samstag bei einer Anti-Islamismus-Kundgebung mehrere Tausend Hooligans und Rechte erwartet. Filialen bereiten sich auf mögliche Ausschreitungen vor. Eine Hotelkette und ein großer Supermarkt reagieren mit Sicherheitsvorkehrungen. Ladenbetreiber kleinerer Geschäfte bleiben bislang eher gelassen.

Das städtische Verwaltungsgericht hatte am Donnerstag ein Demonstrationsverbot der Polizei gekippt. Diese will eine genehmigte Kundgebung unter strengen Auflagen nun akzeptieren.

Lesen Sie auch

Hooligans und Rechte dürfen gegen Islamismus demonstrieren

"Wir müssen uns um die Sicherheit unserer Gäste und Mitarbeiter kümmern", sagt die Sprecherin einer Hotelkette, die zwei Häuser am ZOB betreibt. Das Unternehmen bietet den Gästen an, am Samstag in andere Filialen in der Stadt umquartiert zu werden oder Reservierungen zu stornieren. Zudem plant der Hotelbetreiber, sämtliche Glasfassaden während der Veranstaltung zu verbarrikadieren.

Eine große Supermarkt-Filiale soll wie geplant geöffnet werden. Wegen der Demo werde das Unternehmen Sicherheitsvorkehrungen treffen, sagt eine Sprecherin. Details will man im Vorfeld aber nicht preisgeben. "Wahrscheinlich sind die Einsatzkräfte der Polizei nach den Bildern aus Köln ohnehin besser gewappnet als sonst", hofft ein Mitarbeiter der Supermarktkette.

Kiosk-Besitzer Ido Awdi befürchtet keine größeren Probleme für seine Filiale. "Ich glaube nicht, dass Schlimmes passiert", sagt er. Er werde das Geschäft an seinem umsatzstärksten Tag planmäßig öffnen. Den Laden könne er spontan schließen, wenn es rund um sein Geschäft unruhig werden sollte. Ganz auf die Tageseinnahmen verzichten, wolle er jedoch nicht. Der Geschäftsführer eines Cafés sieht seine Filiale ebenfalls nicht in Gefahr. "Ich glaube, dass die Polizei einen guten Job machen wird."

Auch im Flüchtlingscamp am Weißekreuzplatz unweit des ZOB ist die Stimmung relativ gelassen. "Die Bewohner des Camps wissen zwar, dass Zwischenfälle nicht auszuschließen sind, Angst haben sie jedoch nicht", sagt Sigmar Walbrecht vom Flüchtlingsrat Niedersachsen. Die Lage werde ernst genommen, von einer tatsächlichen Bedrohung gehe man hier aber nicht aus.

Die Bussteige der Fernbusse am ZOB bleiben am Samstag geschlossen. Die Fernbusunternehmen haben nach Bekanntwerden der möglichen Demonstration die Abfahrten der Busse zum Betriebshof des Hannoveraner Verkehrsbetriebs Üstra verlegt. Auch die Buslinien des Nahverkehrs umfahren die Haltestellen rund um den ZOB.

Die Polizei rechnet nach eigenen Angaben am Samstag mit bis zu 5000 Demonstranten, darunter neben Hooligans auch Rechtsextreme und Neonazis. Mehrere Hundert Polizisten werden im Einsatz sein, um Menschen und Geschäfte rund um den ZOB zu schützen, damit sich die Szenen aus Köln in Hannover nicht wiederholen.

dpa/lni

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.