Abschluss in Gefahr: Realschüler verstanden Nuschel-Rede von Prinz Harry nicht

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War schwer zu verstehen: Der britische Prinz Harry, hier bei einer Rede dieses Jahr in London bei der Vergabe des „Legacy Award“, einer Auszeichnung für soziales Engagement, welche anlässlich des 20. Todestags von Prinzessin Diana ins Leben gerufen wurde.

Was passiert, wenn ein Prinz nuschelt und eine Sängerin im Trommelwirbel untergeht? Die Englischprüfung von zahlreichen Zehntklässlern der Gesamt- und Realschulen in Nordrhein-Westfalen fällt schlecht aus.

Das könnte nun weitreichende Konsequenzen haben, denn ein Schüler hat eine Online-Petition gestartet.

In der Abschlussprüfung im Fach Englisch ging es um das Hörverstehen. Abgeprüft wurde dies zunächst mit einer Rede des britischen Prinzen Harry zum Thema Südafrika und Apartheid. Der soll seine Rede aber so schlecht vorgetragen haben, dass er ganz schlecht zu verstehen war.

Damit nicht genug. Anschließende Passagen der Sängerin Miriam Makeba, bekannt durch ihr Lied „Mama Africa“, waren mit Trommelwirbel und Musik unterlegt. Zudem kamen in ihrer Rede Vokabeln vor, die zuvor im Unterricht nie behandelt worden seien. Das jedenfalls schilder der 16-Jährige Schüler Dario Schramm aus Bergisch-Gladbach.

Er ist einer von rund 100.000 Schülern, der an der Prüfung landesweit teilnahm. Die dort erworbene Prüfungsnote fließt zu 50 Prozent in die Englisch-Abschlussnote des Mittleren Schulabschlusses. Dieser Abschluss wiederum entscheidet darüber, ob ein Schüler in die Oberstufe eines Gymnasiums wechseln darf.

Dario Schramm will sich mit dieser Prüfung nicht abfinden und hat eine Online-Petition auf www.openpetition.de gestartet. Er fordert die Wiederholung der Prüfung mit neuen Aufgaben. Mehr als 42.000 (Stand: Montagnachmittag) hatten innerhalb von vier Tagen unterschrieben. Die Petition richtet sich an das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen. „Ich finde es sehr wichtig, dass den Schülern in Gesamt-NRW eine zentrale Abschlussprüfung ausgeteilt wird, die auch machbar ist.“ Dass die Rede wirklich schwer verständlich ist, ist in einem Video-Mittschnitt zu hören.

Der Verband Lehrer NRW will nun das Thema im Ministerium ansprechen. Lehrer hätten deshalb zu Dutzenden angerufen und E-Mails geschickt, sagte die Vorsitzende von Lehrer NRW, Brigitte Balbach. „Das war zu schwer, das war außerhalb all dessen, was man hätte erwarten können.“

Auch der erste Landtagsabgeordnete hat reagiert. Bernhard von Grünberg (SPD) befürwortet eine öffentliche Anhörung im zuständigen Fachausschuss. Seine Begründung: „Es scheint so zu sein, dass die Fragen nicht oder nur sehr schwer zu beantworten waren. Dann sollte eine erneute Prüfung in diesem Fach ermöglicht werden.“ (flq/dpa)

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