Hartz-IV-Empfänger treibt Geld bei Jobcenter ein

Leipzig. Das Duell "kleiner Bürger gegen große Behörde" wurde schon oft auf die Bühne gebracht. Außergewöhnlich ist jedoch, was jetzt in Leipzig geschah: Ein Hartz-IV-Empfänger musste dort sein ausstehendes Geld per Gerichtsvollzieher bei der Arbeitsagentur eintreiben.

Die Forderung in Heller und Pfennig: 101,10 Euro. Zur Vorgeschichte: Ein 44-Jähriger Familienvater sollte nach Medienberichten eine Arbeitsstelle bei einer stadteigenen Tochterfirma antreten, wurde dort aber wieder nach Hause geschickt. Die Arbeitsagentur war fälschlicherweise der Meinung: Der Mann wollte die Stelle gar nicht antreten – und kürzte ihm kurzerhand das Arbeitslosengeld für mehrere Monate. Doch die Gerichte befanden anschließend: Zu Unrecht, die Agentur müsse ihm das einbehaltene Geld zurückzahlen.

Hier hätte die Geschichte für beide Seiten zu Ende sein können. Doch weit gefehlt: Die Behörde weigerte sich beharrlich, dem Mann den vollen einbehaltenen Betrag auszuzahlen. Da wurde es dem 44-Jährigen laut den Medienberichten wohl zu bunt. Er engagierte einen Rechtsanwalt und dann den Gerichtsvollzieher. Der versuchte noch, der Agentur die größtmögliche Peinlichkeit zu ersparen und nahm direkt Kontakt auf. Doch diese stellte sich stur.

Da die Forderung nach einem Monat unwirksam geworden wäre, fackelte der Gerichtsvollzieher nicht lange – und marschierte direkt in die Arbeitsagentur Leipzig. Er holte sich den Betrag von 101,10 Euro direkt aus der dortigen Bar-Kasse. Der Arbeitsagentur ist die Sache offenbar so unangenehm, dass sie alle Kontaktanfragen unbeantwortet lässt. (rpp)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.