Wetter an Pfingsten

Hitzewelle: Ende in Sicht - im Norden hagelt's bald

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Eine Berlinerin kühlt sich am Pfingstsonntag in einem Garten in Berlin mit Wasser ab.

Offenbach - Hochsommer an Pfingsten: Vielerorts in Deutschland ist heute der heißeste Tag des Jahres. Doch im Norden ist der Spaß vorbei: Dort wüten am Nachmittag Gewitter.

Es wird wohl das heißeste Pfingsten seit Jahrzehnten: Am Sonntag wird vermutlich die 35-Grad-Marke geknackt. In ganz Deutschland brennt die Sonne nur so vom Himmel. Aber am Nachmittag bringen Hitzegewitter Starkregen und örtlich sogar Hagel. Der Deutscher Wetterdienst in Offenbach zog dafür eine Linie von der Eifel zur Ostsee. Nördlich davon werde es am Nachmittag kräftige Hitzegewitter geben, sagte Medienmeteorologe Tobias Reinartz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Keller und Straßen könnten überflutet werden, Schäden durch bis zu vier Zentimeter große Hagelkörner seien möglich, so der Meteorologe.

Auch in Bayern brachten die hochsommerlichen Temperaturen die Menschen ordentlich ins Schwitzen: Am Nachmittag stiegen die Temperaturen verbreitet auf Werte von deutlich mehr als 30 Grad, berichtete eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes. Am wärmsten war es um 16.00 Uhr in Würzburg und Bamberg mit jeweils 33 Grad, in Nürnberg wurden 32 Grad gemessen. Im Landkreis Freising kam bei einem tragischen Badeunfall ein Mann ums Leben, ein zweiter wird noch vermisst.

Am Samstag war mit 32,1 Grad die bislang höchste Temperatur des Jahres in Bayern im unterfränkischen Kitzingen registriert worden, einen Tag später war dies aber schon wieder Schnee von gestern. Schon am Sonntagvormittag deutete sich der neue Rekord im Freistaat an: Um 10.00 Uhr wurden in Nürnberg bereits 27 Grad registriert, in Bamberg und München waren es auch schon 26 Grad. Zum ersten Mal in diesem Jahr gab der DWD eine Hitzewarnung heraus.

Selbst auf Deutschlands höchstem Berg ging es - vergleichsweise - heiß her: Auf der 2962 Meter hohen Zugspitze wurden am Sonntag zehn Grad registriert. „Das ist ziemlich viel für da oben“, sagte ein Meteorologe.

An Pfingstmontag soll es sogar noch etwas heißer werden, dann können vereinzelt Werte von bis zu 36 Grad erreicht werden. Auch in der kommenden Woche geht es erst einmal schweißtreibend weiter: Am Dienstag und Mittwoch werden erneut Höchstwerte von mehr als 30 Grad in Bayern erwartet. Zugleich steigt dann aber die Gewitterneigung.

Gewitterwalze zieht durch ganz Deutschland

In der Mitte Deutschlands kann es am Pfingstmontag laut einer Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes ordentlich gewittern, am Abend auch im Westen und Nordwesten. Im Rest des Landes scheint wieder die Sonne. Dabei bleibt es heiß mit Temperaturen zwischen 30 und 36 Grad. Nur im Nordwesten und an den Küsten ist es etwas kühler.

Am Dienstag erwarten die Meteorologen kräftige Schauer und Gewitter bei bis zu 35 Grad im Osten und Südosten. In der Nacht zum Mittwoch soll es in der Nordwesthälfte regnen und Gewitter geben, am Tag eher in der Südosthälfte des Landes. Die Temperaturen erreichen maximal 32 Grad im Osten und Süden.

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In Rheinland-Pfalz war es in der Nacht am wärmsten

In Portugal war es am Sonntag laut DWD mit 22 bis 26 Grad deutlich kühler, in Spanien und Italien lagen die Werte mit etwas über 30 Grad ähnlich hoch wie in Deutschland. Hier war es am Samstag im Schwarzwald am heißesten: Rekordhalter war Emmendingen-Mundingen mit 32,8 Grad am Nachmittag. In der Nacht fielen die Temperaturen nirgendwo unter 15 Grad, am wärmsten blieb es mit 21,6 Grad im Weinbiet in Rheinland-Pfalz.

Seit 1961 führt der DWD eine Statistik über das Pfingstwetter. Das Datum ist nicht immer gleich: Pfingsten gehört zu den beweglichen Festen und ist immer sieben Wochen nach Ostern. Bisher war Pfingsten 1979 mit bis zu 33,9 Grad am heißesten, dicht gefolgt von den Jahren 2000 und 2003.

Hitze-Tipps: Finger weg von eiskalten Getränken!

Einen über den Durst trinken. Aber bitte nur Wasser! „An heißen Tagen braucht der Körper mindestens drei Liter Flüssigkeit“, sagt der Münchner Arzt Dr. Nikolaus Frühwein. © dpa
Da der Körper bei Hitze mehr Natrium verbraucht, natriumreiches Mineralwasser trinken und beim Essen eine Extraprise Kochsalz verwenden. © dpa
Finger weg von eiskalten Getränken! Die bewirken eher Magen-Darm-Verstimmungen als Abkühlung. Besser sind lauwarmer Zitronentee oder ungekühlte Schorlen. © dpa
Ein Gläschen Weißwein oder eine Mass Bier sind auch im Hochsommer erlaubt. Aber Vorsicht: „Alkohl verstärkt die Verdunstung. Deshalb nicht tagsüber trinken“, rät Frühwein. Oder gleich auf alkoholfreies Weißbier umsteigen. © dpa
Kochen wie die Südeuropäer: Jetzt sollten leichte Gerichte wie Tomaten mit Mozzarella oder Hähnchenfleisch auf dem Speiseplan stehen. „Ein deftiges Wiener Schnitzel lässt sich bei Hitze nur schwer verdauen“, erklärt Frühwein. © picture alliance / AP Images
Durch ständiges Schwitzen verliert der Körper Mineralien. Gegen nächtliche Krämpfe helfen Magnesiumtabletten. © dpa
Wenn die Hitze doch zuschlägt: „Ein Sprung ins kalte Wasser ist keine gute Idee gegen Schwindelgefühl“, sagt Frühwein. Besser mit einem feuchten Handtuch zudecken. © dpa
Luftige Kleidung tragen © dpa
In kühlen Räumen aufhalten © dpa
Ungewohnte körperliche Anstrengung vermeiden © dpa
Keine pralle Sonne, etwa bei der Arbeit im Garten © dpa
Verlängerte Mittagspause machen, Siesta einplanen © dpa

dpa

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