Giftige Eichenprozessionsspinner

Helikopter gegen Raupen: Kampf kostet hunderttausende Euro

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Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner: Ein Hubschrauber, betankt mit Pflanzenschutzmittel, im Einsatz im Landkreis Lüneburg. Auch in Hessen sind Hubschrauber gegen den Allergien auslösenden Falter unterwegs.

Lüneburg/Wiesbaden. Klein, unscheinbar, aber für Allergiker im schlimmsten Fall lebensbedrohlich ist der Eichenprozessionsspinner.

Die Raupen des Schmetterlings sind in Hessen und Niedersachsen momentan an vielen Bäumen zu finden und verursachen den Städten Kosten in sechsstelliger Höhe. In unserer Region spielen sie allerdings keine Rolle.

Seit Jahren sagen unter anderem Wiesbaden und Lüneburg den Eichenprozessionsspinnern den Kampf an. Notwendig wird dieser Aufwand, da die feinen Gifthärchen der Raupen beim Kontakt mit den Menschen zu Hautjucken, Atemnot und allergischen Schocks führen können. Für den Menschen gefährlich sind die Tiere ausschließlich als Raupen.

Mit Hubschraubern werden die Insekten in diesen Tagen durch den Einsatz von Chemikalien bekämpft. Das Gift bleibt auf den Eichenblättern kleben, dass die Insekten beim Fressen der Blätter aufnehmen und daraufhin sterben. Dieser Einsatz geht ins Geld: 200 000 Euro zahlt Wiesbaden für die Aktion. In Frankfurt fliegen ebenfalls Hubschrauber im Süden und Osten der Stadt. Weiter entwickelten Tieren rückt man zudem mit Industriestaubsaugern auf die Pelle. Sie werden von Arbeitern in Schutzkleidung von den Baumrinden heruntergesaugt, da die herkömmlichen Mittel bei ihnen nicht mehr wirken.

Neben dem Sprühen vom Hubschrauber aus gibt es auch die kostengünstigere Alternative des Sprühens vom Boden aus. Im hessischen Hanau setzt man auf diese Möglichkeit, die die Stadt 100 000 Euro kostet. In Nord- und Osthessen ist der Eichenprozessionsspinner kein Problem. Weder Fulda noch Kassel gehen nach eigenen Angaben gegen den Schädling vor. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Die Raupe mag es gern warm. „In Nordhessen ist es ihr schlicht zu kalt“, sagte Judith Jördens vom Senckenburg Institut in Frankfurt der Deutschen Presse-Agentur.

Wachsendes Problem

In Niedersachsen ist die Raupe insbesondere in den östlichen Landesteilen ein Problem. Im Kreis Uelzen bei Hannover will man in Kürze mit der Bekämpfung der Raupen starten. In Lüneburg sind Hubschrauber im Einsatz, die Samtgemeinden Lüchow und Gartow bekämpfen den Spinner vom Boden aus. „Der Eichenprozessionsspinner stellt seit einigen Jahren ein wachsendes Problem in Deutschland dar“, sagte Nadine Bräsicke, Expertin für Forstschädlinge am Julius-Kühn-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen. „Die Art profitiert von der überdurchschnittlich warmen und trockenen Witterung im April, verbunden mit einem verfrühten Austrieb der Eichen“, erklärte die Forstwirtin in Braunschweig. Die Population breitet sich immer weiter aus.

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