Hells Angels klagen gegen Vereinsverbot

Schleswig - Die Hells-Angels-Rocker reagieren nun auf verschiedene Verbotsverfahren gegen ihre Bande und klagen auf eigene Faust. Wie erfolgsversprechend das Unterfangen ist:

Über das Verbot des Hells Angels MC Charter Flensburg durch das schleswig-holsteinische Innenministerium verhandelt seit Dienstag das Oberverwaltungsgericht in Schleswig. Nach wiederholten gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Rockergruppen hatte der damalige Innenminister Klaus Schlie (CDU) Ende April 2010 sowohl die Flensburger Hells Angels als auch die Neumünsteraner Bandidos verboten.

Großalarm für Polizei: Hells Angels kommen

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Wer sie nicht kennt: Die Hells Angels sind ein Rocker- und Motorradclub, dessen Mitglieder öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten. © dpa
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Die Werte der „Höllenengel“ lauten Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Respekt und Freiheit. © dpa
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Gegründet wurde der Club 1948 in Kalifornien. © dpa
Als „Backpatch“, also Logo auf der Lederjacke, wird ein Totenkopf mit Flügeln verwendet, der als „Deathhead“ bezeichnet wird. Der Schriftzug, und damit die Clubfarben, ist rot auf weiß.
Als „Backpatch“, also Logo auf der Lederjacke, wird ein Totenkopf mit Flügeln verwendet, der als „Deathhead“ bezeichnet wird. Der Schriftzug, und damit die Clubfarben, ist rot auf weiß. © dpa
Rocker der Hells Angels auf dem Weg zu einem Treffen in Prag.
Rocker der Hells Angels auf dem Weg zu einem Treffen in Prag. © dpa
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Vor einem Treffen werden zwei Hells Angels von der Polizei durchsucht. © dpa
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Ein Rocker macht mit seinem Motorrad den „Burn out“. © dpa
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Mitglieder der Hells Angels werden auf dem Weg zur Autobahn von Polizeifahrzeugen eskortiert. © dpa
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Mitglieder der Hells Angels werden auf dem Weg zur Autobahn von Polizeifahrzeugen eskortiert. © dpa
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Ein Polizist überwacht ein Treffen der Hells Angels. © dpa
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Ein Treffen der Hells Angels. © dpa
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Ein Polizist überwacht ein Treffen der Hells Angels. © dpa
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Europatreffen der Hells Angels mit Kaffeefahrt: Die Mitglieder sitzen in einem Boot, einem so genannten "Auswanderer", um zu der Insel Wilhelmstein im Steinhuder Meer überzusetzen. Dort gibt es erst Kaffee und Kuchen. Anschließend beginnt eine Party. © dpa
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Rund 1500 Mitglieder waren mit ihrem Motorrädern zum Europatreffen gekommen. Dafür ist extra ein Gelände in einem Industriegebiet angemietet worden. © dpa
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Hells Angels © dpa
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Eine Kutte der Hells Angels und bei einer Razzia beschlagnahmte Waffen in der Asservatenkammer des Polizeipräsidiums in Kassel. © dpa
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Nach einer Gerichtsverhandlung haben sich Mitglieder der früher verfeindeten Rockergruppen Bandidos und Hells Angels eine Schlägerei geliefert. Die Polizei hat einige von ihenn verhaftet. © dpa
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Nach der Schlägerei auf offener Straße wurde dieses Mitglied der Hells Angels verhaftet. © dpa
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Hells Angels auf ihren schweren Maschinen. © dpa
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Ein festgenommener Rocker. © dpa
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Die „Kutte“ der Hells Angels. © dpa

Ein Eilantrag der Rocker gegen den Sofortvollzug des Verbots lehnte das Gericht im Februar 2011 ab. Das Innenministerium hatte das Verbot mit mehreren Straftaten von Club-Mitgliedern begründet. Zudem richte sich der Verein gegen die verfassungsmäßige Ordnung, hieß es.

Der ehemalige Chef des Flensburger Vereins wurde im April 2011 vom Landgericht Flensburg wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er im September 2009 einen verfeindeten Bandido mit seinem Wagen auf der Autobahn 7 zu Fall brachte. Der Motorradfahrer war bei dem Sturz lebensgefährlich verletzt worden.

Klagen gegen mehrere Vereinsverbote im Norden

Die mündliche Verhandlung vor dem OVG fand unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt. Ob noch am Dienstag eine Entscheidung fällt, stand noch nicht fest. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin kann die Entscheidung des 4. Senats auch später zugestellt werden.

Das Verfahren ist nicht der einzige aktuelle Rechtsstreit im Zusammenhang mit Verboten von Rockerclubs in Schleswig-Holstein. Für die Verhandlung über die Klage der Bandidos gegen das Verbot steht noch kein Termin fest. Ende Januar hatte Schlie zudem die Kieler Hells Angels verboten. Auch sie klagen in Schleswig dagegen.

Erst am vergangenen Donnerstag hatte das Landgericht Kiel einen geständigen Ex-Rocker zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt. Der frühere Präsident der mittlerweile aufgelösten Kieler Rocker-Gruppierung Legion 81, eine Hilfstruppe der Hells Angels, hatte zuvor ausgesagt. Auf die Offenbarungen von Steffen R. war am 24. Mai eine große Polizeirazzia in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen erfolgt, bei der rund 1.200 Polizeibeamte im Einsatz waren.

Seitdem wird von den Ermittlungsbehörden eine den Rockern gehörende Lagerhalle in Altenholz bei Kiel akribisch untersucht und mittlerweile nach und nach abgetragen. Die Ermittler hoffen dort Spuren des 2010 verschwundenen Tekin B. zu finden. Den Angaben von Steffen R. zufolge soll sich der Leichnam des Türken möglicherweise in Altenholz befinden. Die Suche war bislang nicht erfolgreich.

dapd

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