Unterstützung für Weidetierhalter

Schutz vor dem Wolf: Nabu fordert mehr Geld für kleine Betriebe

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Die Wolfspopulation steigt: Die Wölfin „GW1409f“ wurde seit über einem halben Jahr genetisch nachgewiesen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Dieses Symbolbild entstand im Tierpark Knüll.

Mehr Unterstützung für Weidetierhalter zum Schutz vor dem Wolf fordert der hessische Landesverband des Naturschutzbundes (Nabu).

Wetzlar-Hersfeld-Rotenburg - In den beiden Wolfsgebieten im Vogelsberg und im Stölzinger Gebirge müsse es konsequenten und flächendeckenden Herdenschutz geben, so der Nabu-Landesvorsitzende Gerhard Eppler in einer Pressemitteilung. 

Er fordert eine „100-Prozent-Förderung“ für die Investitionen, die durch den Wolf nötig werden. In einem bundesweiten Ampelvergleich der Förderprogramme einzelner Bundesländer erziele Hessen nur ein „Gelb“. „Die Landesregierung hat schon einige wichtige Grundpfeiler gelegt und sollte das Angebot nun deutlich verbessern“, so Eppler. 

Dies gelte besonders für Schafherden, die nicht zuletzt auch im Naturschutz eine große Rolle spielten, etwa beim Erhalt blütenreicher Wiesen in Schutzgebieten. „Es ist wichtig, auch die Halter von kleineren Nutztierherden mit einzubeziehen, damit der Wolf kein Fehlverhalten lernt“, sagt die Sprecherin der Nabu-Landesarbeitsgruppe Wolf, Ingeborg Till. 

Wenn kleinere Herden wegen hoher Kosten ungeschützt blieben, würden Wölfe Nutztiere allgemein als leichte Beute einschätzen und vermehrt ihre Herden attackieren. Auch für Herdenschutzhunde solle es Fördermittel geben. Zudem sei es wichtig, förderrechtliche Begrenzungen wie die De-minimis-Regel durch einen Antrag des Landes bei der EU aufheben zu lassen. 

Diese Regelung lässt pro Betrieb maximal eine Fördersumme von 20 000 Euro in drei Jahren zu. Die Kosten von Betrieben mit mehreren hundert Schafen sind wesentlich höher. Der Nabu appelliert außerdem, dass Weidetierhalter die angebotenen Förderungen dann auch in Anspruch nehmen. Letztlich gelte es für alle, mit dem Wolf in Hessen leben zu lernen. Ein auskömmliches Miteinander sei gut möglich.

red/czi

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