Seepferdchen in Not? - Hessischer Landtag debattiert über Schwimmbäder

Wiesbaden. Wenige Wochen vor Beginn der Freibadsaison hat der Hessische Landtag über die Lage der Schwimmbäder im Land debattiert. Die Regierung solle das Schwimmbadsterben in Hessen beenden und Schwimmunterricht für alle Kinder garantieren, forderte der Linken-Abgeordnete Hermann Schaus am Donnerstag in Wiesbaden.

Seinen Angaben nach sind 37 Bäder in Hessen seit 2007 geschlossen worden, 48 weitere seien von Schließung bedroht. Immer weniger Kinder lernten Schwimmen - Schaus sah das "Seepferdchen in Not". Auch SPD-Rednerin Karin Hartmann kritisierte, die Sparpolitik des Landes bei den Kommunen schade den Schwimmbädern.

Innenminister Peter Beuth (CDU) machte eine andere Rechnung auf. Das Land habe den Kommunen in den vergangenen Jahren 50 Millionen Euro zur Sanierung von Hallenbädern gegeben. Aus dem Konjunkturprogramm 2009-11 seien für neun Millionen Euro mehr als 50 Freibäder saniert worden. Doch die Verantwortung für die Bäder liege bei den Kommunen.

Beim Schwimmunterricht an den Schulen tue das Land, was es könne, argumentierte Koalition. Doch für das Schwimmenlernen ihrer Kinder seien auch die Eltern verantwortlich. Oft genug würden Kinder "vor der Playstation geparkt", dann fingen sie beim Schulschwimmen bei Null an, sagte der Grünen-Abgeordnete Daniel May.

dpa/lhe

Rubriklistenbild: © dapd

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