Sorgen für ein blaues Wunder

Tiefblaues Superfood: So gedeihen Heidelbeeren am besten

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Blau, gesund und köstlich: Wer im nächsten Sommer frische Heidelbeeren im Garten ernten möchte, sollte jetzt den Boden für das „Superfood“ gut vorbereiten. 

Köstlich und gesund: Heidelbeeren sind Moorbeetpflanzen und brauchen einen speziellen Boden. Mit diesen Tipps wachsen die Superfrüchtchen besonders gut.

Sie schützen dank ihres hohen Gehaltes an Antioxidantien vor Krebs und beugen Diabetes und Depressionen vor, halten die Blutgefäße sauber und sorgen bei den Gehirnzellen für ein blaues Wunder. Zudem punkten die gesunden Superfrüchtchen noch mit ihrem unverwechselbar süß-säuerlichen Geschmack, der einfach zu allem passt. Heidelbeeren, auch Blau-, Moos-, Schwarz- oder Heubeere genannt, werden ihrem Ruf als gesundes „Superfood“ also in jeder Beziehung gerecht.

Die robusten Pflanzen sind absolut winterhart und sollten eigentlich in keinem Hausgarten fehlen, sagt Manfred Völkl vom Beratungsteam Gartenbau des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen in Mainz. Pflanzzeit für alle in Strauchform wachsenden Kulturheidelbeer-Sorten ist der frühe Herbst, aber auch das Frühjahr. Die Heidelbeere zählt – wie der Rhododendren – zu den Moorbeetpflanzen und braucht einen humusreichen, kalkfreien und gleichmäßig feuchten Boden, um zu gedeihen.

Superfood ohne Superfans: Warum heute niemand mehr Heidelbeeren pflücken will.

Die heimischen Kulturheidelbeeren sind alle nordamerikanischen Ursprungs. Im Gegensatz zu den niedrigen Waldheidelbeeren können die Sträucher über zwei Meter hoch werden, sagt Völkl. Auch die Früchte sind größer als die ihrer wilden Verwandten, das Fruchtfleisch ist nicht blau durchgefärbt. Die Kulturheidelbeere gilt noch als relativ junge Obstart und wird in Deutschland erst seit den 1930er Jahren gezüchtet.

Standort

Am besten gedeiht die Heidelbeere an einem Standort in sonniger Lage bis halbschattiger mit ausreichender Bodenfeuchte. Die Erde sollte luftdurchlässig und sauer sein (pH-Wert von 4,0 bis 5,0). Um dieses ideale Wurzelmilieu zu schaffen, braucht es bei der Bodenvorbereitung einen etwas erhöhten Aufwand, der aber mit üppigem Ernteertrag über viele Jahre belohnt wird, sagt der Garten-Experte.

Bodenbeschaffenheit

In das großzügig ausgehobene Pflanzloch (oder den mindestens 60-Zentimeter-Durchmesser-Topf) kommt zunächst eine etwa 15 Zentimeter dicke Dränage-Schicht aus (Nadel)-Holzhäckseln sowie als Pflanzerde eine 2:1-Mischung aus Rhododendronerde und (Nadelholz)Rindenmulch. Erfolgreich werde im Erwerbsanbau von Bio-Heidelbeeren auch Pflanzsubstrat aus Nadelholz-Sägemehl oder eine 50:50-Mischung aus Nadelholz-Sägemehl und Torf verwendet, sagt Böll. Eine Handvoll Hornspäne gibt den Pflanzen im nährstoffarmen Humus den nötigen Stickstoff zum Wachsen. Nach der Pflanzung muss die Pflanze ausgiebig gewässert werden. Eine zusätzliche Rindenmulchschicht obenauf sorgt für das nötige feuchte Bodenklima. Heidelbeeren sind Flachwurzler und mögen es gar nicht, wenn die oberste Bodenschicht austrocknet.

Düngung

Heidelbeeren sind genügsam und brauchen nur einmal im zeitigen Frühjahr und nach der Ernte im Herbst mit speziellem Heidelbeer- oder Rhododendron-Dünger gedüngt zu werden.

Pflege und Schnitt

Beim Gießen sollte stets möglichst weiches (Regen)-Wasser verwendet werden, vor allem bei Kübelpflanzen. Die Kulturheidelbeere wächst als Strauch und neigt bereits in den ersten Jahren dazu, üppig Früchte auf Kosten des Wachstums zu bilden. Deshalb sollten in den ersten zwei Jahren (auch wenn es schwerfällt) die Blüten entfernt werden, damit die Pflanze kräftige Triebe und Wurzeln entwickelt.

Beliebte Sorten

Bei den Kulturheidelbeeren sind viele geschmacklich gute Sorten auf dem Markt. Die Beeren sind selbstfruchtbar, doch fällt die Ernte besser aus, wenn man mehrere Sträucher verschiedener Sorten nebeneinandersetzt. Der Grund: Mit fremden Pollen befruchtete Heidelbeeren setzen sicherer an. Bei Sorten mit unterschiedlichen Reifezeiten kann man zudem von Juli bis in den September hinein die schmackhaften Früchte ernten. Beliebte Garten-Sorten sind:

Duke

Frühe Sorte (Ernte bereits Anfang Juli) mit regelmäßigem und hohem Ertrag, platzfeste, sehr große Früchte mit hellblauer Schale, süßer und milder Geschmack. Geeignet für die Pflanzung im Kübel.

Bluecrop

Gilt als Standardsorte im Ertrags- und Hobbyanbau. Mittelfrühe Reife (Anfang bis Mitte Juli) und ist wenig empfindlich gegen Frost und Trockenheit. Mittelgroße, hellblaue, feste Früchte mit angenehmem säuerlichem Geschmack, platzfest und haltbar. Schönes grünes Laub im Sommer und eine feuerrote Herbstfärbung.

Reka

Reift bereits Ende Juni bis Anfang Juli und blüht relativ früh, das heißt, es besteht erhöhte Blütenfrostgefahr, sonst ausgesprochen winterhart. Die Früchte sind mittelgroß, kräftig-blau und fest. Der Geschmack ist ausgezeichnet (Waldblaubeeraroma).

Legacy

Reift mittelfrüh (Mitte bis Ende Juli). Der Geschmack ist hervorragend süßsäuerlich mit einem knackigen Biss. Wegen mangelnder Frosthärte ist sie nicht für rauere Lagen geeignet. Die Beeren sind mittelgroß und sehr krankheitstolerant.

Patriot

Mittelfrühe Reife, die Früchte sind groß und, fest, von tiefblauer Farbe und einem sehr guten Aroma. Das Süße/Säure-Verhältnis ist ausgewogen. Patriot hat eine gute Winterhärte, die grünen Blätter verfärben sich im Herbst leuchtend orangerot.

Elizabeth

Wächst stark und reift spät (Anfang bis Mitte August). Elizabeth gehört zu den geschmacklich besten Sorten, mit einem erfrischend süßsäuerlichen, saftigen Aroma. Sie blüht spät, ist frosthart und robust. 

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