Himmelslaternen praktisch bundesweit verboten

+
Durch eine Änderung der Luftverkehrsordnung wird das Aufsteigen lassen von "Himmelstaternen" praktisch bundesweit verboten. (Symbolbild)

Berlin - Nach einer Änderung der Luftverkehrsordnung ist das Aufsteigenlassen sogenannter Himmelslaternen praktisch bundesweit verboten.

Seit Donnerstag gilt in Deutschland eine Regelung, nach der im Umkreis von anderthalb Kilometern um Flughäfen die bei Partys oder Hochzeiten gerne benutzten leuchtenden Flugkörper nicht mehr erlaubt sind.

Wenn die leuchtenden Tüten in den kontrollierten Luftraum, also etwa Einflugschneisen, geraten könnten, ist das Steigenlassen genehmigungspflichtig.

Die außerhalb des Verkehrs-Luftraums zuständigen Bundesländer haben den Gebrauch ebenfalls verboten oder so hohe Genehmigungshürden aufgebaut, dass es praktisch durchweg illegal ist, Himmelslaternen steigen zu lassen.

Himmelslaternen sind nach unten offene Papiertüten unterschiedlicher Größe, die von einer brennenden Kerze oder anderen Brennstoffen beheizt und beleuchtet werden und so mehrere hundert Meter aufsteigen können. Verkehrsminister Peter Ramsauer begründete sein Verbot, das auch für unbemannte Flugkörper etwa für landwirtschaftliche oder industrielle Zwecke gilt, mit dem Schutz des Flugverkehrs. “Aufgrund ihrer Größe und ihres hellen Leuchteffekts können sie Piloten irritieren und zum Sicherheitsrisiko für Flugzeuge werden.“ Bei Verstößen droht ein Bußgeld bis 50.000 Euro.

Brände mit tödlichem Ausgang

Im vergangenen Jahr war es durch den zunehmenden Einsatz der fliegenden “Wunschlaternen“ bei Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten mehrmals zu Bränden mit teils tödlichem Ausgang gekommen. Daraufhin hatten die Bundesländer Verbote erlassen oder den Gebrauch von Genehmigungen abhängig gemacht, die aber in der Regel nicht erteilt werden. Lediglich in Brandenburg ist eine solche Regelung noch in Arbeit.

Abgesehen von der Brandgefahr könnten die Laternen Piloten irritieren, schrieb das Verkehrsministerium zur Begründung. Laut Gesetz kann die Deutsche Flugsicherung eine Ausnahmegenehmigung erteilen, “wenn die beabsichtigten Nutzungen nicht zu einer Gefahr für die Sicherheit des Luftverkehrs oder die öffentliche Sicherheit oder Ordnung führen können“. Mit dem Verbot “schützen wir nun Piloten, Fluggäste und die Menschen am Boden“, erklärte der Minister.

Neue Regelungen gelten auch für unbemannte, zivile Luftfahrzeuge, sogenannte Drohnen, mit mehr als 25 Kilo Eigengewicht. “Nach jetzigem Entwicklungsstand ist ihr Betrieb eine potenzielle Gefahr für andere Luftfahrzeuge“, erklärte das Ministerium. “Sie können allenfalls in eigens für sie reservierten Lufträumen oder auf bestimmten Landeplätzen fliegen, also dort, wo keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu erwarten ist.“ Im Übrigen werde für den Aufstieg dieser Geräte eine generelle Erlaubnispflicht eingeführt. Erst wenn “kein Sicherheitsrisiko für den Luftverkehr und für die Bevölkerung besteht, können wir liberalere Regelungen prüfen und Drohnen gleichberechtigt zum Luftverkehr zulassen“.

apn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.