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Hitzewelle wird zur Gefahr für Millionen Menschen: „Deutschland ist nicht vorbereitet“

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Von: Vincent Büssow

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Das Wetter kann ab Montag richtig gefährlich werden, es werden Temperaturen um die 40 Grad erwartet. Darauf ist Deutschland laut Experten nicht vorbereitet.

Kassel – Auf Deutschland rollt die nächste Hitzewelle zu. Ab Montag (18. Juli) sollen die Temperaturen in die Höhe schießen. Dabei können Werte von bis zu 40 Grad erreicht werden, wie der Wetterexperte Dominik Jung vom Portal wetter.net erklärt. Dieses Wetter kann für Millionen von Menschen lebensgefährlich sein. Experten warnen, dass Deutschland nicht auf die Hitze vorbereitet ist.

Während es am Wochenende noch sommerlich angenehme Temperaturen von bis zu 30 Grad geben soll, wird es in der kommenden Woche richtig heiß. Von Frankreich her schwappt die Hitzewelle nach Deutschland über und beschert insbesondere dem Westen Temperaturen weit über der 30-Grad-Grenze. Am heißesten soll es laut dem Meteorologen Dominik Jung am Mittwoch (20. Juli) werden, wobei Werte von 40 Grad oder darüber möglich sind. Die Temperaturen im Überblick:

Hitzewelle rollt über Deutschland: Das Wetter im Überblick

Die Hitzewelle soll sich ihren Weg von Frankreich über ganz Deutschland bahnen. Besonders betroffen sind wohl Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland sowie Teile von Hessen und Baden-Württemberg. Auch für Thüringen und Sachsen-Anhalt sind stellenweise Temperaturen vorhergesagt, die an die 40 Grad heranreichen.

Gefährliche Hitzewelle: Deutschland ist nicht auf das Wetter vorbereitet

Dieses Wetter ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch gefährlich werden. Bereits im vergangenen Monat sind in Deutschland acht Prozent mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dass im Zuge von Hitzewellen die Sterbefallzahlen ansteigen, sei ein bekannter Effekt, der auch in den Vorjahren im Sommer beobachtet wurde, erklärte die Behörde.

Ein Thermometer in der Sonne.
In Deutschland wird es wieder heiß. Für Millionen Menschen geht durch die Hitze eine Gefahr aus. (Symbolbild) © Frank Rumpenhorst/dpa

Dem Recherchezentrum Correctiv zufolge sind in Deutschland mindestens neun Millionen Menschen von der Hitze bedroht. Insbesondere Alleinstehende in hohem Alter sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder Behinderungen seien gefährdet. Aus immer mehr Richtungen kommen jetzt Vorwürfe, dass die Bundesregierung nicht auf die Temperaturen vorbereitet sei.

Wetter: Kritik an mangelnden Maßnahmen gegen Hitzewelle in Deutschland wird laut

So gab es bereits Forderungen von der Linken, klimatisierte Kühlräume bereitzustellen. Außerdem werden Klimaanlagen in Alten- und Pflegeeinrichtungen benötigt. Auch aus der Forschung kommen Stimmen, die Deutschland Versäumnisse in der Organisation gegen das heiße Wetter ausstellen. „Deutschland ist nicht vorbereitet“, sagte etwa die Biologin Franziska Matthies-Wiesler vom Helmholtz Zentrum München. Sie kritisiert, dass es keine übergreifenden gesetzlichen Regelungen gebe, um auf klimabedingte Gesundheitsrisiken zu reagieren.

Die Recherchen von Correctiv zeichnen ebenfalls kein gutes Bild der deutschen Verwaltung, wenn es um das Bewusstsein der Gefahr durch die Hitzewelle geht: Bundesregierung und Kommunen schieben sich die Verantwortung gegenseitig zu und beließen es bei Warnungen statt tatsächlichen Maßnahmen, heißt es in dem Bericht. (vbu mit AFP)

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